Zitat zum Tag

Das Gegenteil von (politisch) ‚links‘ ist nicht ‚rechts‘ – und das Gegenteil von rechts ist nicht links. Der braune Sozialismus war und ist nur eine Variante des roten Sozialismus. Das Gegenteil von ‚links‘ (und von ‚rechts‘) ist: ‚freiheitlich‘ und ‚offen‘, sowie ‚rechtsstaatlich‘ im ursprünglichen Sinne des Wortes. Und freiheitlich, offen und rechtsstaatlich bedeutet zugleich: So viel persönliche und private Entscheidungsautonomie des Bürgers als möglich. Und das wiederum heißt zugleich: So wenig Staat und Politik als überhaupt möglich, und so wenig Parteien- und Funktionärskompetenzen als gerade noch denkbar. (Roland Baader)

61 comments

  1. Fragolin

    @DNJ
    Kern meiner Aussage war nicht “Was sich bekämpft ist gleich” sondern “was sich bekämpft, muss nicht zwangsläufig ungleich sein.” Lesen sie die Aussagen von Herrn @Peter und meine Erwiderung an ihn und versuchen Sie sinnhafte Beziehungen herzustellen.
    Sich über den angeblich mangelnden Intellekt anderer Leute alterieren und dann den Sinn einfacher Sätze ohne Zusatzerklärung nicht verstehen, das sind mir die Richtigen. Passt aber zum Kollegen @Felsberger, der jede andere Form der Weltsicht als die seine für therapiewürdig erachtet. Und dann anderen unterstellen, sie wollten sich elitär fühlen?
    Was für eine unterhaltsame Vorstellung. Passt zum Fasching. Lei Lei!

  2. DNJ

    Lesen kann ich Ihre Sätzze wohl, einen anderen Sinn als Ihre krude Weltsicht in Schwarzweiß darzustellen kann ich im Unterschied zu Felsberger, der einen etwas philosophischeren Zugang hat, nicht erkennen. Sie agieren auf dem Niveau eines Parteirabauken. Schon allein Ihre weiter oben getätigte Aussage, dass das quasi deutsche Großbürgertum (das gesamte Großbürgertum war jüdischer Abstammung?) unter Hitler im KZ gelandet ist und vergast wurde, disqualifiziert sich von selbst. Vieleicht beschäftigen Sie sich mal mit den verschiedenen sozialen (grausliches Wort) Grupen und Schichten in den Parteilandschaften der Weimarer Republik?

  3. Fragolin

    @DNJ
    Es wundert mich nicht, dass Sie den Inhalt auch dieser Sätze nicht ohne Zusatzerläuterungen verstehen können. Dass Sie nur Schwarz und Weiß sehen können, kann auch an der dünnen Luft da oben liegen.
    Guten Flug wünsche ich noch!

  4. A.Felsberger

    >Eigentlich beschämend für eine sich selbst so definierende Elite.> Da sind wir völlig auf einer Linie. Jeder, der sich selbst als Elite definiert, beschreitet einen gefährlichen Pfad. Wir sind alle keine Eiliten, wir sind alle ungebildet und dumm. Wir unterscheiden uns bloß dadurch, dass die einen das begreifen und die anderen nicht.

    PS: >in derselben Hirnlosigkeit wie die Linke in den 70er Jahren jeden konservativen älteren Sack als Nazi und Faschist beschimpft hat> Richtig! Auch das fällt mir auf: Die verblüffende Ähnlichkeit zu den Haßtiraden der Linken!

  5. A.Felsberger

    @Fragolin: Jeder kann die Weltsicht pflegen, die er will, niemand wird ihn davon abhalten. Die Überzeugungskraft anderer trifft bei Weltsichten Einzelner ohnehin auf taube Ohren. Aber Sie werden mir schon zubilligen müssen, dass ich die Suche nach “Schuldigen” höchst merkwürdig finde. Umso mehr als diese mit plakativen Begriffen geschmückt und in Schwarz-Weiß-Begriffen gekleidet werden. Da hört sich bei mir Nachdenken auf.

  6. DNJ

    @Felsberger
    Ich hoffe Sie verstehen mich nicht falsch und erlauben mir die Frage, ob Sie philosophischer Autodidakt sind oder sich auch wissenschaftlich betätigen? Ihre Abgeklärtheit verrät mir jedenfalls, dass Sie kein jugendlicher Heißsporn mehr sind. Bei den politisch aktiven Leuten wimmelt es heute bei weitem nicht nur auf der linken Seite von Dummköpfen und Hassgeiferern. Selbst die ÖVP hat eine Personalqualität, die man nur als erschreckend bezeichnen kann.

  7. A.Felsberger

    @DNJ: Ja, ich bin schon ein älteres Semester, um die 50 herum. Nein, ich betätige mich weder wissenschaftlich noch philosophisch. Ich habe aber gewisse philosophische, ökonomische und historische Grundkenntnisse, die ich mir selbst angeeignet habe. Ich versuche über die Grenzen der einzelnen Fächer hinwegzudenken und schätze die Denker, die genau das tun. Von Fachidioten halte ich nichts, die langweilen mich zu Tode. Literatur ist bei dieser Aufgabe sehr hilfreich, weil man sich in die Stimmung der einzelnen Epochen hineinversetzen kann. Politisch habe ich gewisse Abneigungen gegen den Liberalismus, weil ich den Einzelnen niemals als Maßstab für das Ganze sehen möchte, weder theoretisch noch praktisch. Ansonsten habe ich nicht wirklich ein politisches Interessse und in der aktuellen Parteienlandschaft fühle ich mich soundso nicht vertreten. Dazu bin ich auch zu sehr Individualist. Und Sie betätigen sich politisch?

  8. DNJ

    Sg Felsberger
    Älteres Semester? MIr fehlen auch nur mehr wenige Monde auf den 50er und ich empfinde mich nicht als alt.
    Politisch habe ich mich nie betätigt, aber durch eine Tätigkeit in den Medien (nicht Tgaespresse komme ich ungewollt in Kontakt mit vielen Themen. Auch ich bin angesichts der politischen Situation in Ö verdrossen, aber: was sich die Herrschaften hier im Forum teilweise an Systemen von monarchistisch bis plutokratisch plus autoritär vorstellen, dagegen haben wir noch das reinste Paradies. Ich ordne mich keiner Richtung zu, muss aber gestehen, dass ich den Sozialstaat nicht für den großen Fehler halte, was mich wahrscheinlich bei viele hier als Linken abstempelt.
    Mit dem Begriff liberal tue ich mir schwer, aber da kennen Sie sich doch auch gut aus: in der ursprünglichen Bedeutung von bürgerlich freisinnig der 1848er kann ich damit schon was anfangen. Heute heißt es von marktliberal bis areligiös bis hin zu gesellschaftsliberal doch alles mögliche. Die Leute, die sich hier liberal nennen, sind doch nur frustrierte Wutbürger, denen es wirtschaftlich meist relativ gut geht, aber die dennoch vor Futerneid gegen die Ärmeren (zu Unrecht wie ich meine) sowie gegen die Politprofiteure (meist zu Recht) hier im Forum Ihren Frust ablassen wollen.

  9. A.Felsberger

    @ DNJ: >MIr fehlen auch nur mehr wenige Monde auf den 50er> Na, dann Gratulation im Vorhinein!.-) Sie werden merken, dass der 50er einen bemerkenswerten Wandel im Altersempfinden nach sich zieht. So war`s zumindest bei mir.-) Ja, ich sehe das auch so: Wenn ich was nicht mag, dann Neidattacken, und schon gar nicht gegen die Schwächsten. Ich frage mich ernsthaft, was an dem Leben eines Arbeitslosen, einer alleinstehenden Mutter oder eines Invalidätspensionisten so beneidenswert sein soll. Ich halte das für eine verherrende Entwicklung, die irgendwann Mitte der 90-er Jahre in Österreich eingesetzt hat. Seitdem ist es üblich, dass sich die Berufs- und Sozialgruppe gegenseitig verunglimpfen und verurteilen. Das ist keine Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen. Umso mehr wir uns alle in die Haare geraten, desto unangenehmer wird die Stimmung im Land. Was heute als “Liberalismus” verkauft wird, sind im wesentlichen Attacken auf sogenannte “Alimentierte”, wobei der typisch Liberale sich hier fast jeden Österreicher darunter vorstellt ausser sich selbst. Was dabei übersehen wird, dass letztendlich jeder, auch der Nicht-Alimentierte, auf dieser Haßliste landet. “Außerhalb des Gesetzes!”, haben die französischen Bürger sich damals gegenseitig zugerufen und nicht damit aufgehört, bis alle einen Kopf kürzer waren. So kommen wir nicht weiter und machen nur alles kaputt. Das Drama ist, dass hier ökonomische Kräfte am Werk sind, die politisch kaum zu kontrollieren sind. Der Markt usurpiert alles und drückt jedem eine Zahl auf. Von hier aus beginnt das Denken der Menschen, und von hier aus formulieren sie ihre Ideologien. Kaum einer hat die Größe über seine eigene soziale Position hinwegzusehen und neutral zu denken. So werden wir uns vergeblich gegen diese Kräfte stemmen und uns auf raue Zeiten einstellen müssen. In diesem Sinne: Alles Gute!

  10. A.Felsberger

    Von den “frustrierten Wutbürgern” geht der ganze Wahnsinn aus und man muss so ehrlich sein, dass sich diese stets wachsende Gruppe politisch gar nicht mehr einordnen läßt. Hier findet man radikale Linke, radikale Rechte, Konservative, Nationale, Liberale, politisch Gemässigte und Unpolitische. Ihr gemeinsames Merkmal ist zumeist das Bekenntnis zur “Nation” und ein ausgeprägtes “Oben-Unten”-Empfinden. Man kommt auch mit der Unterscheidung “Etatisten” und “Marktgläubige” nicht weiter, weil sich auf beiden Seiten “Wutbürger” finden. Die Stimmung ist wie auf einem überfüllten Schiff, das zu kentern droht und wo jeder noch hofft seine Haut zu retten, und nicht sieht, dass er mit seinem Verhalten genau das Gegenteil erreicht. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich hier keine Lösung sehe, und dass es auch kein Beispiel in der Geschichte gibt, wo sich Massenhysterie von selbst wieder beruhigt hat. Zumeist taucht sie nur kurz ab, um sich bei der nächsten Gelegenheit noch mehr aufzuschaukeln. Als Einzelner kann man eigentlich nur versuchen beruhigend auf sein Umfeld einzuwirken, argumentiert man stattdessen politisch, findet man sich mitten in dem hysterischen Haufen wieder. Die Politik ist nur ein Vorwand, um diese Hysterie auszuleben. Die Menschen wollen es so, sie handeln nicht rational, sondern instinktiv, und kein Argument wird sie davon abhalten. Was soll man tun?

  11. DNJ

    ad Felsberger
    Danke, für die Gratulation ist es noch zu früh, ist erst nächstes Jahr soweit.
    Ich liege mit Ihren Ansichten ganz auf einer Linie, glaube jedoch, dass die großen Probleme sich global auswirken werden. Heute will keiner sehen, dass wir hier in Miteleuropa noch immer auf einer Insel der Seligen leben vom Lebensstandard her und von der sozialen Absicherung. Die Unzufriedenheit der Menschen ist Wahnsinn, wenn ich bedenke, was ich als Kind noch an Lebensstandard auf dem Land erlebt habe.
    Bin leider jetzt in Eile, lg

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