Zitat zum Tag

Das Gegenteil von (politisch) ‚links‘ ist nicht ‚rechts‘ – und das Gegenteil von rechts ist nicht links. Der braune Sozialismus war und ist nur eine Variante des roten Sozialismus. Das Gegenteil von ‚links‘ (und von ‚rechts‘) ist: ‚freiheitlich‘ und ‚offen‘, sowie ‚rechtsstaatlich‘ im ursprünglichen Sinne des Wortes. Und freiheitlich, offen und rechtsstaatlich bedeutet zugleich: So viel persönliche und private Entscheidungsautonomie des Bürgers als möglich. Und das wiederum heißt zugleich: So wenig Staat und Politik als überhaupt möglich, und so wenig Parteien- und Funktionärskompetenzen als gerade noch denkbar. (Roland Baader)

61 comments

  1. Christian Peter

    Warum Linksliberale und Anarchisten Antiliberalismus stets mit Sozialismus gleichsetzen, bleibt ein Rätsel. Das NS – Regime war zwar antiliberal, aber niemals sozialistisch, denn um soziale Gleichheit oder soziale Gerechtigkeit ist es im Nationalsozialismus niemals gegangen. Ganz im Gegenteil : Es war vor allem das Großbürgertum, welches von diesem Regime am meisten profitierte.

  2. Herbert Manninger

    Ob die einen Angehörige einer Rasse und die anderen die Angehörigen einer Klasse ausrotteten – es sind Sozialisten, egal welcher Unterfraktion, gewesen.
    Ob straff bürokratisch organisiert oder hektisch unkoordiniert macht da keinen Unterschied.

  3. Fragolin

    @Christian Peter

    “Soziale Gleichheit” und “soziale Gerechtigkeit” sind die ausgelutschten Parolen der Sozialisten, aber nicht ihre Ziele.
    Die Parolen werden nur ausgegeben um das wahre Ziel zu erreichen: Macht und Reichtum.
    Liberale Menschen versuchen durch Aneignung zu Reichtum zu gelangen.
    Sozialisten durch Enteignung.
    Sie sehen Privateigentum als Diebstahl, aber nur, solange es sich um das Privateigentum anderer handelt. Kaum besitzen sie es selbst, finden sie es absolut in Ordnung und wollen mehr.
    Deshalb endete auch bisher jeder Versuch der Installation eines sozialistischen Systems, egal ob nationalistisch oder kommunistisch, in Diktatur, Armut der Massen und endlosen Blutspuren der Ausgepressten.

    Übrigens, das “Großbürgertum” (Haben Sie Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR genossen oder lernt man das hier in der roten Parteiakademie? Marx hätte seine Freude an Ihnen.), also die wenigen nach dem ersten Weltkrieg übriggebliebenen Banker, Industriellen, Geschäftsleute und Beamte gehobenen Wohlstands, bestand vor der Hitlerei zu einem nicht unerheblichen Teil aus Juden. Und die profitierten ja wohl gewaltig, bekamen sogar Gratis-Duschen in Auschwitz. Sarkasmus aus.

    Falls Sie es nicht merken, dass Sie hier mit marxistischen Floskeln um sich werfend NS-Opferverhöhnung betreiben, seien Sie hiermit darauf hingewiesen.
    Eingefleischten Zentralisten und Sozialisten mag es körperlichen Schmerz bereiten, immer wieder damit konfrontiert zu werden, in der gleichen Suppe zu schwimmen wie ein Hitler, ein Stalin oder ein Mao, deshalb bringe ich den leeren Parolen, mit denen versucht wird, einen nicht vorhandenen inhaltlichen Abstand zu konstruieren, auch ein gewisses Verständnis entgegen. Hilflose Menschen schlagen eben um sich. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Sozialisten jeglicher Coleur Brüder im Geiste sind, auch wennn sie oftmals (aus Machtkalkül) Kain und Abel spielen.

  4. Hephaistos

    Alles gute Beiträge, die zum Nachdenken einladen und anregen. Bravo und danke! You made my day!

  5. A.Felsberger

    >Und freiheitlich, offen bedeutet > Zunächst einmal: das Bekenntnis zum Weltmarkt mit all seinen Auswüchsen, von Kriminalität.über Drogen, Schwarzgeldflüssen bis zum Menschenhandel. Dann: das Bekenntnis zu freier, ungehemmter Migration mit den grössten Wanderungsströmen der Geschichte, die sogar die “Umvolkungs”-Strategen der Nationalsozialisten vor Neid erblassen lassen würden. Schliesslich: die Abkehr vom Nationalstaat, die Aufgabe der staatlichen Souveränität wie überall auf der Welt zu beobachten ist. Kurz: Das Abwracken der Nation. Das ist Liberalismus wie er sich heute darstellt und von Grund auf verachtenswert ist! Ihr Träumer, Ihr! Wacht endlich auf! Nehmt den Liberalismus so wie er ist und sich tagtäglich kundtut und nicht wir ihr ihn euch vorstellt! Es ist eine jener Höllenideologien, die die Menschheit in den Ruin treibt. Auf Egoismus und Gier lässt sich keine Welt bauen, das sollte heute 300 Jahre nach Mandeville`s Bienenfabel jeder Holzkopf verstehen.

  6. A.Felsberger

    Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Wer noch immer in der “Welt von gestern” lebt mit ihren traditionellen Weltsichten von Kommunismus über Sozialismus bis zum Faschismus und Liberalismus, hat in der “Welt von heute” nichts verloren. Ich möchte von jedem, der den Sprung ins Heute nicht schafft, dessen Hirn nicht ausreicht um zu begreifen, welche Wandlung die Menschheit durchmacht, ein Bekenntnis zur Nation hören oder ein Bekenntnis dagegen. Ihr werdet Euch entscheiden müssen – für oder gegen die Nation – und nicht weiter Eure Träume vom hemmungslosem Egoismust spinnen! Für oder dagegen, Sein oder Nichtsein, das ist die Frage in einer Welt, die im Chaos versinkt! Alle Ideologie der Zukunft wird sich an der Frage der Nation scheiden, und jeder, der keine Stellungsnahme abgibt, soll schweigen. Der “kleine Mann” hat längst begriffen, worauf alles hinausläuft – hier: der Nationalstaat mit seiner demokratischen Ordnung, dort: der Weltmarkt mit globalen, antidemokratischen Institutionen. Auf welcher Seite steht ihr? Auf der Seite von Pegida, Syriza, Podemos, der Tea Party oder von globalen Institutionen? Das wird die Frage der Zukunft sein, und da wird Euch Euer antiquiertes Weltbild nicht weiterhelfen. Denn dummerweise stehen dort “Konservative”, “Nationale”, “Kommunisten”, “Faschisten” und “National-Liberale” vereint. Alle jene, die an die Nation glauben und es satt haben sich von Weltinstitutionen Anti-Demokratie lehren zu lassen! Sich über den Weltmarkt treiben zu lassen wie verirrte Schiffe im Meer. Entscheidet Euch für was Ihr steht! Für oder gegen die Nation?

  7. Herr Karl jun.

    @ Christian Peter
    Mit Verlaub: Das ist Schwachsinn!
    Zuerst würde ich gerne wissen, was Ihr Begriff “Großbürgertum” wirklich meint. Sollte “Großbürgertum” durch ein bildungsbürgerliches Traditionsbewusstsein, eine gewisse ökonomische Potenz und Unabhängigkeit, durch Staatstreue und einen (christlich geprägten) Konservativismus geprägt sein, war das Großbürgertum wohl nur anfänglichlich und scheinbar ein Nutzniesser der Nazi-Sozen, letztlich aber war es eindeutig ein deren Opfer. Traditionsbewusste Bürger verachteten die Nationsalsozialisten, die sie für rohe Emporkömmlinge und neid- und hasserfüllte Ehrgeizlinge hielten; ihr revoltionäres Geschwubbel, ihre Inszenierungen auf den Strassen und Aufmärschen bis hin zu den Codes in Sprache und Grußformen waren “anti-bürgerlich” und standen den Sozialisten viel näher als den “Großbürgern”. Aus der liberalen Perspektive stehen beide Positionen so in ungustiöser Weise eng beieinander. Es mag schon sein, dass demjenigen, dem diese liberale Perspektive völlig fremd ist, das nicht auf EINE Kuhhaut gehen will.

  8. Selbstdenker

    @Herr Karl jun.
    Sie haben recht.

    Meine Großeltern – sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits – waren deklarierte Anhänger vom Kaiser. Mein Großvater mütterlicherseits war im WK1 in Albanien in Kriegsgefangenschaft und hat nur mit außerordentlich viel Glück überlebt; die meisten Mitgefangenen sind an Malaria oder Hunger gestorben.

    Mein Großvater väterlicherseits wurde von den Nazis teilweise enteignet. Die lokalen Nazi-Mitglieder wollten die gesamte Familie “nach Oberösterreich” schicken. Da ihnen trotz aufwändiger Abstammungsrecherchen der Nachweis über behauptete jüdische Abstammung nicht gelang, mißlang dieses Ansinnen.

    Meinen Onkel wollte man noch in jener Phase vom WK2 in der sich die vernichtende Niederlage der Wehrmacht an der Ostfront abzeichnete nach Russland schicken. Dem Postboten, der den Einberufungsbefehl weggeworfen hat, ist es zu verdaken, dass dieses de facto Todesurteil nicht umgesetzt werden konnte. Die Nazis waren – wie vielleicht einige wissen – passionierte Bürokraten.

    Warum ich das erzähle? Sämtliche Vorfahren von mir, die die NS-Zeit miterlebt haben, schilderten mir, welche Leute es waren, die sich für die Nazis besonders begeisterten.

    Es waren Leute, die zwar nicht arm waren, aber in der bürgerlichen Gesellschaft wenig Ansehen hatten. Mein Großvater meinte: während alle anderen noch auf dem Feld oder in der Arbeit waren, sind die typischen Nazi-Mitläufer bereits im Gasthaus gesessen und haben sich dort gegenseitig mit Neid aufgestachelt und gegen andere gehetzt.

    Die typischen Nazi-Mitläufer waren “Tunichtgute” bzw. Aufschneider, die dann – nachdem die Nazis an die Macht kamen – z.B. plötzlich ein Motorrad hatten und damit rumprahlten. Eine weitere typische Gruppe waren die Eiferer, die während der NS-Zeit ihren Hang zum Denunziantentum, zur Herrschsucht und zum Ausleben von Sadismus gegenüber anderen voll ausleben konnten.

  9. Thomas Holzer

    @A.Felsberger
    Es ist weder der “Liberalismus”, noch der Kapitalismus und/oder die Marktwirtschaft.
    All die Übel, welche Sie diesen ankreiden, sind
    a.) leider nur allzu menschlich, und sollten daher und gerade deswegen mit allen erlaubten Mitteln bekämpft werden
    und werden
    b.) von “unseren” gewählten Politikerdarstellern auf das Tatkräftigste unterstützt und gefördert.
    Es wird eben nicht der verantwortungsvolle Umgang mit Freiheit und dem Nächsten gefördert, sondern Klientelismus, Korruption und Nepotismus.

  10. A.Felsberger

    @Holzer: Sie weichen aus. Wenn man etwas “mit allen erlaubten Mitteln” bekämpfen will, dann muss man zunächst einmal: die Mittel haben. Man muss, mit anderen Worten, Herr im eigenen Haus sein. In dieser Frage zeigen sich die Liberalen indifferent. Ihr Glaube an den Weltmarkt läßt die Frage der Nation verblassen. Wenn man aber keine Mittel hat, und dies auch noch unterstützt, dann soll man schweigen. Was ich heute sehe, ist eine grosse Phanlanx gegen die Nation getragen von: Welt-Sozialisten, Welt-Konservative und Welt-Liberale, kurzum: Bourgeoise. Und eine Gegenbewegung, die sich aus nationalen Sozialisten, Faschisten, nationalen Konservativen und National-Liberalen speist, kurzum: eine Bewegung, die den Bürger als Citoyen versteht. Weltbürger und Stadtbürger – das ist die wahre Trennlinie in der heutigen Welt. Denn ohne Raum keine Mauern, kein Gestaltungsrecht, keine Souveränität und auch keine Nation.

  11. A.Felsberger

    @Selbstdenker: Bei allem Respekt vor ihrer Familiengeschichte, aber die soziale Struktur der NSDAP-Parteimitglieder ist gut durchforscht: Überrepräsentiert sind 1930, also vor der Welle der “Märzgefallenen”: : Angestellte (ca. 25% gegenüber 12% in der Bevölkerung), Selbständige (ca. 21% gegenüber 9%), Bauern (ca. 14% gegenüber 10%), Beamte (8% gegenüber 5%). Unterrepräsentiiert sind Arbeiter (28% gegenüber 46% insgesamt) und Unternehmer und Großbürger. Man kann die Struktur der Partei in dem Satz zusammenfassen: dass sie eine Allianz gegen die ökonomischen Leistungsträger (Arbeiter und Unternehmer) darstellt. Das erklärt auch das merkwürdig revolutionäre und doch rückwärtsgerichtete Gesicht der Partei. Alle die, die sich im Leben zu kurz gekommen fühlten, fanden hier ihre Heimat.

  12. Selbstdenker

    @Felsberger:
    “Man kann die Struktur der Partei in dem Satz zusammenfassen: dass sie eine Allianz gegen die ökonomischen Leistungsträger […] darstellt.”

    In diesem Punkt gebe ich Ihnen recht. Nicht recht geben kann ich Ihnen bei Ihrer Leistungsträgerauflistung. Ich wage zu bezweifen, dass Sie den Leistungsträgerbegriff pauschal an der Art der Tätigkeit festmachen können.

    Pauschal alle Beamten z.B. als Nicht-Leistungsträger zu bezeichnen und pauschal alle Arbeiter als Leistungsträger zu bezeichnen geht an der Realität vorbei. Faulenzer gibt es hier wie dort. Und so wird es sich auch mit der jeweiligen Affinität zum Nationalsozialismus verhalten haben.

    Wobei wir uns aber offenbar einig sind, ist der folgende Punkt: jene, die ihre soziale und ökonomische Stellung nicht über Leistung erreicht haben oder erreichen wollten, haben sich zu einem Raubzug gegen andere verschworen.

    Ich sehe in Ihrem Posting keinen Widerspruch zu meiner Sichtweise bzw. meinen vorangegangenen Postings.

    Interessant finde ich folgenden Satz: “Unterrepräsentiiert sind Arbeiter (28% gegenüber 46% insgesamt) und Unternehmer und Großbürger”. Vor ein paar Tagen wollte mir ein auf diesem Blog relativ aktiver Schreiber das genaue Gegenteil weißmachen.

    Wird wohl davon abhängen, als was man sein Gegenüber gerade einschätzt und wem man gerade in welche Ecke stellen möchte.

  13. Selbstdenker

    @Felsberger:
    “Denn ohne Raum keine Mauern, kein Gestaltungsrecht, keine Souveränität und auch keine Nation.”

    Da muss ich Ihnen – wenn auch schweren Herzens – leider recht geben. Die Möglichkeit der eigenen Gestaltung innerhalb bisheriger Grenzen schwindet. Dafür haben andere, die sich bislang außerhalb dieser Grenzen befunden haben (Putin, Erdogan, etc.), mehr Möglichkeiten bei uns zu gestalten. Wenn man sich vor Augen hält, dass Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte weltweit gesehen eher die Ausnahme sind, dürfte einem eher mulmig werden.

    Ich halte das Konzept der Globalisierung als zu weit gefaßt. Die Globalisierung stößt dort an ihre Grenzen, wo bestimmte Teilnehmer zwar an einem gemeinsamen (Welt-)Markt teilnehmen wollen, aber über die fundamentalsten Grundprinzipien keine Übereinstimmung herrscht.

    Man hätte den Analysen von Samuel Huntington mehr Beachtung schenken sollen.

    Dass China – übrigenens gegen den Willen der USA und mit Unterstützung Frankreichs – von einigen Jahren in die WTO aufgenommen wurde, halte ich für einen schwerwiegenden Fehler.

  14. A.Felsberger

    @Selbstdenker: >Pauschal alle Beamten z.B. als Nicht-Leistungsträger zu bezeichnen und pauschal alle Arbeiter als Leistungsträger zu bezeichnen geht an der Realität vorbei.> Da haben Sie völlig recht: Wir sind eine arbeitsteilige Gesellschaft, in der es unmöglich ist, dem Einzelnen das Prädikat “produktiv” oder “unproduktiv” zuzuordnen. Alle, die das tun, versperren sich gegen die banalste Einsicht der Welt: dass ein Hochofenarbeiter nicht produktiv ist, wenn er die Ingenieure nicht hat, die ihm seine Arbeit ermöglichen (et vice versa). Die Krankheit der “bürgerlichen Gesellschaft” liegt ja gerade darin unentwegt die Zuordnung “produktiv” zu suchen: Ricardo tat es, Marx tat es und auch heute noch tun es alle Ökonomen. Da wird ein Spaltpilz in die Gesellschaft getragen, der überhaupt keine Existenzberechtigung hat. Wenn ich das Prädikat “produktiv” verwende, dann meine ich das stets unter diesem Vorbehalt. Es ist eine alte, abgestaubte Gewohnheit, mehr nicht.

    PS: Dass man die Arbeiter als besonders anfällig für die NSDAP darstellt, ist eine schwere Geschichtsverfälschung. Arbeitslose ja, die waren oft das Rückgrat der SA, aber Arbeiter waren in der Regel sozialdemokratisch oder kommunistisch organisiert und aufgrund dieser Ersatzideologie für die NSDAP schwer zu erreichen. Man studiere den Leidensweg Goebbels in Berlin, um das zu begreifen. Er hatte unter den Arbeitern nur eine Chance, indem er sich kommunistisch gebärdete.

  15. michelle

    Eines ist wohl klar: die nationalsozialisten stammen natürlich von den sozialisten ab. die sozis waren schon immer die geheimen PG (darauf waren sie auch stolz), das ist nicht von der Hand zu weisen. Nach dem Krieg behaupteten sie (in ganzer primitiver Feigheit), sie wären die geheimen Widerstandskämpfer gewesen. Immer Lügner gewesen, das ist die Wahrheit.
    Unter Kreiskys Regentschaft waren die Nazis in der Regierung (nicht Mitläufer, sondern echte Mords-Nazis wie ein gewisser Peter, ein gewisser Rösch z.B. !!!, ein LH Wagner in Kärnten), als Minister !! Das wollen die heutigen Sozn aber nicht mehr wissen. Und lügen drauf los, dass es nur so scheppert.

  16. A.Felsberger

    >Die Globalisierung stößt dort an ihre Grenzen, wo bestimmte Teilnehmer zwar an einem gemeinsamen (Welt-)Markt teilnehmen wollen, aber über die fundamentalsten Grundprinzipien keine Übereinstimmung herrscht.> So ist es. Der Weltmarkt ist eine gefährliche Phantasterei, das Leben spielt sich in einem konkreten Raum ab. Seit je haben die Ökonomen den Kapitalismus als raumlos verstanden, allenfalls eingesperrt in eine abstrakte Nationalökonomie. Man sieht jetzt wie gefährlich diese Gedanken sind, wo die Kulturen aufeinanderprallen und keine Regeln mehr finden, die sie ihren Völkern gegenüber vertreten könnten. Der Weltmarkt ist die höchste Stufe des Kapitalismus und seine Widersprüchlichste noch dazu.

  17. A.Felsberger

    @ Michelle: Sie haben ein Geschichtsbild, das schmerzt. Wer saß denn in den KZ`s der Nationalsozialisten: Politische und rassische Häftlinge. Und wer zählte zu den Ersteren: a) Kommunisten b) Sozialdemokraten c) Bürgerliche d) Katholiken und zwar genau in der Reihenfolge. Was bezwecken sie mit diesen schwachsinnigen Behauptungen?

  18. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Ich habe die folgende Formulierung sehr bewussst gewählt: “jene, die ihre soziale und ökonomische Stellung nicht über Leistung erreicht haben oder erreichen wollten, haben sich zu einem Raubzug gegen andere verschworen.”

    Damit meine ich eine bestimmte Einstellung und nicht die Art der Tätigkeit. Es ist eine Einstellung, die die gewählten Mitteln zur Erreichung ökonomischer oder sozialer Ziele leitet. Ist es das Recht oder die Revolution? Freiheit oder Zwang? Leistung oer Raub?

    Ich bin ganz bei Ihnen, dass man die Leute – egal welchen Beruf sie ausüben und wieviel sie verdienen – nicht untereinander ausspielen sollte. Letztenendes braucht es alle.

    Leider haben die Sozialisten seit einigen Jahren wieder einen Weg eingeschlagen, der auf das Ausspielen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen abziehlt.

    Für den einzelnen Arbeiter oder der einzelnen Arbeiterin tut es mir sogar sehr leid, dass sie von solchen Leuten “vertreten” werden. Die derzeitigen Kampagnen sind für niemanden hilfreich – auch nicht für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.

  19. A.Felsberger

    @Selbstdenker: Letztendlich sitzen in einer arbeitsteiligen Gesellschaft immer alle in einem Boot. Und sobald man anfängt, Einzelne oder Teile des Ganzen zu torpedieren, droht alles zu zerbersten. Unser Problem ist einfach, dass die Arbeitsteilung nicht mehr nur auf Österreich beschränkt, sondern mittlerweile weltweit ist. Wir sind beides zugleich: ein arbeitsteiliger Raum, der in sich selbst ruht und funktioniert (regionale Wirtschaft, Handwerk, Gewerbe, etc.), und Teil einer Weltarbeitsteilung (Tourismus, Exportorientierte Industrien, etc.). Was Ersteres betrifft, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir gemeinsam mit den Deutschen und Schweizern auf der Welt führend sind. Die regionalen Wertschöpfungsketten sind intakt und beschäftigen Millionen von Menschen, die auch sehr gut ausgebildet sind. Aber am wachsenden Weltmarkt haben wir unheimliche Probleme unseren Platz zu finden, auch weil wir zu teuer sind. Hier geht es um beinharte Preiskonkurrenz, wo wir von Beginn an benachteiligt sind. Was tun? Preisprozesse nach unten sind sehr riskant, sie sind ein Spiel mit dem Feuer, weil sich die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wie ein Lauffeuer ausbreitet. Sie beschädigen auch die regionalen Strukturen, weil geringere Ausgaben immer zu geringeren Einnahmen anderer führen. Auch hat es keinen Sinn Industrien auszulagern, weil es der heimischen Bevölkerung nichts nutzt, sondern nur den Standorten, wo sie entstehen. Man sieht: Dass die Problemstellung für ein hochentwickeltes Land mit hohen Preisen am Weltmarkt zu bestehen fast aussichtslos ist. Die USA hat es nicht geschafft – sie importiert um vieles mehr als sie exportiert -, Deutschland hat es mit einer gewaltigen Auslagerungswelle seiner Industrien erkauft, was kurzfristig Erfolg bedeutet, aber langfreistig in den Orkus führt. Und nicht einmal die Schweiz hätte es geschafft, wenn sie nicht das Weltvermögenszentrum des Auslands wäre. Der Weltmarkt stellt für jedes reiche Land ein ungeheures Problem dar, das es im Grunde gar nicht lösen kann. Unter kolonialen und imperialen Mustern konnte das reiche Land die verarmten noch diktieren. Heute? Herrscht Chaos und so wird`s auch bleiben.

  20. Thomas Holzer

    Bedingt der Raum Mauern oder bedingen Mauern einen Raum?!
    Ich habe überhaupt kein Problem mit Staaten; nur sollte immer die oberste Prämisse der Staatenlenker sein, einzig und alleine für innere- und äußere Sicherheit zu sorgen, und eine unabhängige Justiz und möglichst weitreichende persönliche Freiheit zu garantieren.
    Alles andere muß den Menschen überlassen werden.

  21. A.Felsberger

    >Bedingt der Raum Mauern oder bedingen Mauern einen Raum?!> Gute Frage. Ich würde für das Zweitere votieren. So zumindest entstand die Stadt.

  22. Herr Karl jun.

    @ Christian Peter
    In welchem Punkt irrte ich? Ich schrieb über die “soziokulturelle” Verankerung der Nazi-Sozen und dass diese nicht im Großbürgertum lag.
    Sie schreiben von den “geistigen” Wurzeln der Nazi-Sozen: Das ist ein anderes, übrigens sehr gut erforschtes Thema. Es ist erwiesen, dass es (neben anderen) einen direkten Strang von der sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts über die deutschnationale Bewegung bis hin zu den Nazi-Sozen im 20. Jahrhundert gibt – mit allen nur denkbaren Schattierungen. Stichwörter zur österreichischen Lokalgeschichte: Engelbert Pernerstorfer, Julius Tandler oder Alfred und Friedrich Adler. Doch gab es ähnliche “Parrallelverläufe” auch in Tschechien und in Bayern bzw. Deutschland.

  23. Selbstdenker

    @A.Felsberger
    Ausgezeichnete Analyse. Bis auf das Beispiel mit Deutschland teile ich Ihre Einschätzung voll und ganz. Von größeren Auslagerungen würde ich im Falle Deutschlands (noch) nicht sprechen – zumindest nicht was die Kernindustrien anlangt. Die deutsche Industrie investiert zwar sehr stark im Ausland, dies geht aber noch nicht zu Lasten bestehender Kapazitäten im Inland.

    Die Deutschen – wie auch die mit ihnen über Zulieferketten verbandelten kleineren Länder – hätten an sich eine Chance mit der sie aus der Not eine Tugend machen könnten: die vernetzte Automatisierung. Die erheblichen damit verbundenen Produktivitätssteigerungen wären bei einer alternden bzw. schrumpfenden erwerbstätigen Bevölkerung keineswegs von Nachteil. Man wäre auf die Massenzuwanderung geringqualifizierter Arbeitskräfte, die zunehmend in der Industrie nicht mehr benötigt werden, nicht mehr angewiesen.

    Entsprechende Bildungsmaßnahmen vorausgesetzt würde dies heißen, dass zwar der Arbeitsmarkt schrumpft aber gleichzeitig die Arbeitsproduktivität und die Löhne steigen würden. Würde es gelingen Neuinvestitionen wieder für effizienzsteigernde Maßnahmen im Inland zu gewinnen, würden davon weitere Wachstumsimpulse für andere Sektoren ausgehen. Die Deutschen hätten dann auch nicht mehr das Problem, dass sie ihr Geld in vergleichsweise unsichere Auslandsinvestitionen parken müßten.

    Das Problem ist meiner Meinung nach aber, dass sie sich ohne Not selbst einige Stolpersteine in den Weg gelegt haben, die ihnen das Genick brechen könnten: dirigistische Implementierung der Energiewende, Masseneinwanderung ohne (echte) Integration, Euro-Rettung um jeden Preis, Umlenkung for Forschungsgeldern in “Gender Studies”, Überregulierung, Vernachlässigung des dualen Ausbildungssystems, etc.

    In Österreich kommt noch die Drohung mit der ultimativen Geheimwaffe zur Zerstörung des heimischen Wirtschaftsstandortes dazu: Vermögenssteuern. Im Lichte der obigen Situation wäre dies ein kaum noch zu überbietender übler Streich zum Schaden aller.

    Gerade hier wäre sowohl der ÖGB als auch die AK gefordert: warum immer dieses Schüren künstlicher Gegensätze. Meines Erachtens wäre allen geholfen, wenn man Modelle erarbeiten würde, wie sich aktive oder ehemalige Mitarbeiter – allgemeines Einvernehmen vorausgesetzt – an bestimmten Unternhemen beteiligen könnten.

  24. Thomas Holzer

    Der erste Schritt zu einer wesentlichen Änderung in Österreich -und einer damit einhergehenden Entrümpelung des Gesetzeswucher- wäre die Abschaffung sämtlicher Zwangsmitgliedschaften (natürlich ist hiermit auch der ORF gemeint), sämtlicher Parteienförderungen und Inserate der Regierung, Ministerien, Landtage etc. durch Steuergeld.

  25. A.Felsberger

    @Selbstdenker: >Die erheblichen damit verbundenen Produktivitätssteigerungen wären bei einer alternden bzw. schrumpfenden erwerbstätigen Bevölkerung keineswegs von Nachteil.> Richtig. Man hat nur das Problem, dass viele Menschen, nämlich jene, die von der Rationalisierung erfasst werden, kein Einkommen hätten. Puncto Einwanderung geht man nach wie vor nach der Methode der 70er-Jahre vor, obwohl sich die Ökonomie fundamental gewandelt hat. Der Anteil der einfachen Arbeit schrumpft, man benötigt diese Arbeitskräfte nicht mehr in dem gleichen Ausmaß. Die Wanderungsströme innderhalb der EU sind ein zusätzliches Problem, das man sich völlig unnötig aufgehalst hat. Die Bedeutung der Steuern überschätzen Sie: Sofern es regionale Wertschöpfungsketten trifft, entsteht daraus kein Problem: Das Geld bleibt im Inland und fliesst wieder zu den Unternehmen zurück. Am Weltmarkt freilich schaut es anders aus. Hier ist die Steuerbelastung sehr wohl ein Argument und auch der Grund, warum sie für weltweit agierende Konzerne niedrig blieb. Das Gerechtigkeitsempfinden wird dadurch natürlich nicht befördert. Was die sonstigen Marotten Deutschlands betrifft (Das Gewissen der Welt, die Überbetonung des Staates, dirigistische Instrumente, etc.), so entspringen sie einerseits aus der Geschichte des preussischen Staates, der seit je sozialistisch war, und andererseits aus zwei verlorenen Kriege. Das gesamte Projekt EU wäre ohne 2.WK niemals zustandegekommen.

    PS: Wir Österreicher sind mit der Ostöffnung vom Kurs abegekommen. Viel zu sehr hat man nach Osteuropa geschielt, viel zu wenig Richtung Asien und USA. Gewiss hat die Ostöffnung den Tourismus befördert, aber alleine der Wanderungsstrom wiegt das negativ auf. Die Sozialpartnerschaft war über viele Jahrzehnte unser großes Plus, heute ist sie überholt. Sie hat eine Bürokratie befördert, zum Teil auch geerbt, die für dieses Land einfach zu groß ist. Und der Sozialstaat, der mit der Sozialpartnerschaft verbunden ist, läßt sich in einer offenen Welt nicht halten. Was wir benötigen würden, ist ein Umkrempeln der bürokratischen Strukturen und eine Alimentierung nach unten (ähnlich wie die Mindestsicherung) bei gleichzeitiger Kürzung aller sonstigen Leistungen (Pensionen, Kindergeld, Subventionen, etc.). Man würde Bürokratie reduzieren und doch einen minimalen Lebensstandard für alle halten. Und die, die leisten wollen, sollen auch leisten. Was wir aber sicher nicht benötigen, ist das, was jetzt abläuft: dass jeder den anderen alles verübelt.

  26. A.Felsberger

    @ Karl: >Es ist erwiesen, dass es (neben anderen) einen direkten Strang von der sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts über die deutschnationale Bewegung bis hin zu den Nazi-Sozen im 20. Jahrhundert gibt> Was Sie für einen Schwachsinn verzapfen! Und hören Sie endlich mit diesem ungustiösen Wort “Sozen” auf. Sie demonstrieren damit nur der ganzen Welt, dass sie selbst Pöbel sind. ALLE politischen Bewegungen in Deutschland (oder besser: seiner einzelnen absolutistischen Gebilde) enstanden knapp vor der Märzrevolution 1848, auch wenn sich die Arbeiterbewegung erst später einigte und formierte. Da werden sie leicht Parallelen zwischen allen Bewegungen finden, ganz einfach, weil sie alle gegen den Absolutismus gerichtet waren. Wenn Sie nun hergehen und sagen, dass es einen direkten Strang von der Arbeiterbewegung zum Nationalsozialismus gäbe, dann ist das in etwa genauso klug als zu behaupten, dass, weil alle Kinder im Jahre 1848 geboren sind, auch alle gleich alt sind. Liberalismus, Nationalismus und Sozialismus sind Brüder, die Ideologien zweier aufstrebender Klassen: Bürger und Arbeiter. Also hören Sie auf, irgendjemandem eine Schuld für den Nationalsozialismus in die Schuhe schieben zu wollen. Alle sind schuldig. Geht das in ihren Kopf hinein?

  27. A.Felsberger

    Arbeiter und Bürger, die beiden aufstrebenden Klassen, sind die “Schuldigen” am Nationalsozialismus. Von einst offensiven Kräften, die auf Demokratisierung des Staates und seiner kolonialen Expansion drängten, sind sie nach dem verlorenen Weltkrieg zu entmutigten und defensiven Kräften mutiert, die sich hinter dem Schutzschild des Nationalismus versteckten. Man fühlt sich wohler in einem warmen Gehäuse, wenn man gerade seine Weltmachtstellung im Kriege eingebüßt hat. Seit je war der Nationalismus eine defensive Waffe der Arbeiter und Bürger gegen Veränderungen in der Welt, die sie als Offensive nicht mehr zu beherrschen wussten. Auf einmal war nicht mehr die Klasse gefragt, sondern die Nation: Der Volksgenosse. Der rassistische Gedanke ist ein Erbe Darwins und hat nur zufällig in die Politik gefunden. Man fühlte sich spätestens seit 1880 als “Rasse” allen anderen überlegen, getragen von der Kolonialisierung Afrikas. Wenn heute der Nationalismus wiederkehrt, dann eben deshalb, weil die beiden Klassen zutiefst entmutigt sind. Und jeder, der sich als Richter über Deutschlands Nationalsozialismus aufspielt, hat einen schweren Knall im Kopf. Wer immer die Zeit erlebt hätte, hätte vor Begeisterung mitgeschrien: endlich wieder Hoffnung!

  28. Thomas Holzer

    Verglichen mit dem Vereinigten Königreich und Frankreich hatte das Deutsche Reich weder vor noch während des WK1 je eine “Weltmachtstellung”; es gab daher gar nichts einzubüßen.

  29. Thomas Holzer

    Das ist schlicht und einfach ein Fakt.
    Das Deutsche Reich hatte in Europa eine gewisse Vormachtstellung, aber auch erst ab den ca. 1830er Jahren, welche aber von den anderen Staaten, Reichen, Monarchien immer mit mehr oder weniger Bedacht “eingehegt” wurde.

  30. A.Felsberger

    Europa war um 1880 das Zentrum der Welt, gewichtet mit dem Faktor X, nicht so wie heute, wo Europa ein beliebiger Fleck auf der Landkarte ist. Nicht derjenige beherrschte der Welt, der Kolonien hatte, sondern derjenige, der Europa beherrschte. Das ganze koloniale Streben der Engländer war aus der Verzweiflung geboren den Kontinent eben nicht beherrschen zu können. So gesehen, gab es nur drei Weltmächte: Frankreich, das Zarenreich, und ab der Reichsgründung: Deutschland. Dass sich die Engländer überhaupt an einem Weltkrieg beteiligten, war die Hoffnung, die europäische Vormachtstellung des aufstrebenden Deutschlands zu brechen. Wie immer versuchten sie ihre Kolonien zu beherrschen, indem sie am Kontinent ein Gleichgewicht zwischen den Mächten anstrebten. Die USA war militärisch ein gänzlich unbedeutender Faktor, und selbst ökonomisch dem Deutschen Reich um 1880 bei weitem unterlegen. Sie existierte im Denken der Europäer gar nicht. Die Welt war Europa, und wer immer Europa beherrschte, beherrschte die Welt.

  31. A.Felsberger

    Wir Europäer von heute haben doch gar keine Ahnung von der Vormachtstellung, die Europa damals einnahm. Wir sind dumme, verzärtelte Kinder, die keinen Krieg mehr führen wollen, degeneriert bis zur Unkenntlichkeit.. Die militärische Macht Deutschlands um 1900 hätte jeden Staat dieser Welt zerfetzt, nur Frankreich nicht. Das waren andere Dimensionen, von denen wir heute keinen Tau mehr haben. Und vielleicht ist`s auch besser so……

  32. Thomas Holzer

    Die Geschichte, und vor allem, die Interpretationen der geschichtlichen Ereignisse, sind ein “weites Land”.
    Wenn Deutschland “aufstrebend” war, dann konnte es noch keine Vormachtstellung haben(sic!), sondern nur versuchen, eine solche einzunehmen………… 😉
    Und spätestens ab dem Zeitpunkt, an welchem der “Kutscher” von Bord ging, war der Versuch, eine Vormachtstellung zu erreichen, gescheitert. Die Außenpolitik des Deutschen Reiches war nur noch erratisch……

  33. Thomas Holzer

    Europa(sic!) hatte damals überhaupt keine Vormachtstellung.
    Sondern nur einzelne Reiche, Staaten, welche versuchten, sich diese Vormachtstellung gegenseitig streitig zu machen; man möge doch bitte bei allem Enthusiasmus doch möglichst nahe bei der Wahrheit bleiben.

  34. A.Felsberger

    Nichts anderes habe ich gesagt: Drei Reiche, die Europa beherrschten, und eines, das überreichlich mit Kolonien ausgestattet war. Ich würde die Lage um 1900 wie folgt einschätzen: Weltbevölkerung: 1,65 Milliarden. Deutsches Reich: 56 Millionen, macht nicht ganz 1/30 der Weltbevölkerung. Nun multipliziere man diese Zahl mit einem militärischem Faktor, der die Kraft Deutschlands gegenüber den anderen Mächten darstellt. Nicht, dass Sie sich jetzt erschrecken, aber ich würde das Verhältnis um 1900 zum Zarenreich mit 5:1 ansetzen, das Verhältnis zu England in etwa 2,5:1, und zu Frankreich 1,5:1. Die USA würde irgendwo bei einem Faktor von 10:1 rangieren, ein Kolonialland 100:1. Das ergibt einen absoluten Machtfaktor für das Deutsche Reich im Verhältnis zu Europa, das 423 Millionen Einwohner zählte, von geschätzten 76%. Das heisst: Das Deutsche Reich alleine hätte militärisch ohne Problem 2/3 Europas nehmen können. Von der kolonialen Welt ganz zu schweigen. England zitterte vor dieser Macht wie ein kleiner Junge. Alles nur meine Schätzungen freilich…..

  35. Thomas Holzer

    “Von der kolonialen Welt ganz zu schweigen”
    Na, da übertreiben Sie aber maßlos;)
    “…………..von der Vormachtstellung, die Europa damals einnahm”
    Sie haben expressis verbis Europa! eine Vormachtstellung eingeräumt, nicht einzelnen Staaten!
    Ich würde Sie ersuchen, Ihre “Rechnung” zumindest ein bisschen zu verifizieren 😉

  36. A.Felsberger

    Das Deutsche Reich wurde ja unter Bismarck künstlich im Zaun gehalten. Schon im Deutsch-Österreichischem Krieg hätte er locker bis Wien marschieren können, er wollte es nicht. Im Deutsch-Französischem Krieg hat er vor Paris halt gemacht, seinem vorsichtigem Naturell entsprechend. Später hat er sich geweigert Russland zu düpieren und hat immer Mittlerrollen gesucht. In gewisser Weise war dies die Tragik, denn als der junge Kaiser an die Macht kam, wollte er das neue, rassige Pferd beritten sehen. Unter ihm stieg Deutschland zur absoluten Weltmacht auf, der Flottenausbau wurde forciert, die ganze Gesellschaft militarisiert und Russland in die Hände Frankreichs getrieben. Wahrscheinlich hat der Krieg für Deutschland 10 Jahre zu spät begonnen, und die Militärs wussten das auch. Um 1900 war die Stellung Deutschlands in Europa phänomenal.

  37. Thomas Holzer

    Mehr als krude……..
    “………..stieg Deutschland zur absoluten Weltmacht auf……………..”
    Woher haben Sie denn diese Dummheit gestohlen?!

  38. A.Felsberger

    In einem haben Sie freilich recht: Die Deutschen hatten keine kolonialen Interessen. Wozu auch? Sie saßen in der Mitte Europas. Bismarck hat das so ausgedrückt: “„Ihre Karte von Afrika ist ja sehr schön, aber meine Karte von Afrika liegt in Europa.>Die koloniale Expansion dauerte nicht länger als 15 Jahre, sie begann 1884 in Afrika und endete 1898 in China. Insofern sind auch alle Thesen, wonach der Krieg seine Gründe in dem kolonialen Streben der europäischen Mächte hätte, überzogen. Der Grund war ganz alleine: Europa.

  39. Thomas Holzer

    Mit Verlaub, aber Sie scheinen wirklich ein sehr eigenartiges Geschichtsbild -und deren anderen Bilder- zu haben…..

  40. A.Felsberger

    Nochmals: Es scheint sich ihrem Vorstellungsvermögen zu entziehen, dass Europa damals die Welt war. Bemerkenswert.-)

  41. A.Felsberger

    >eigenartiges Geschichtsbild> Da haben Sie recht: Abschied von Ideologien nennt man das.-)

  42. Christian Peter

    @Karl Junior

    ‘direkter Strang von der sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts bis zu den Nazi-Sozn des 20. Jahrhunderts’

    machen Sie sich nicht lächerlich. Der NS hatte rein gar nichts mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit am Hut. Ganz im Gegenteil : Die Ablehnung des Sozialismus, Marxismus, der Sozialdemokratie und des Kommunismus (sowie Liberalismus) waren die Hauptmerkmale sowohl der völkischen Bewegung als auch des Nationalsozialismus. Anhänger erstgenannter Gruppen wurden daher während des NS – Regimes schwer verfolgt, nicht wenige starben im KZ. Die ”Ausrottung des Marxismus mit Stumpf und Stiel”, und ”Überwindung der kommunistischen Zersetzung Deutschlands” gab Hitler als Staatsziele an.

  43. Fragolin

    @Christian Peter
    Wer wem die Pest an den Hals wünscht ist irrelevant; interne Machtkämpfe.
    Stalins größtes Ziel war die Vernichtung der Trotzkisten; war Trotzki also kein Kommunist?
    Als ob sich die Sozialisten jeglicher Coleur nicht vorzugsweise gegenseitig zum Feindbild erklären würden. Die Kommunisten waren schon lange vor Hitler die erklärten Feinde der Sozialisten. “Wer hat uns verraten…?” war ein kommunistischer Spruch.
    Und bitte hören Sie mit den Wieselwörtern “sozial” und “Gerechtigkeit” auf, diese sinnleeren Parolen des propagandistischen Dummenfangs haben nichts mit dem Programm des Machtstrebens zu tun, das hinter jeder Partei steht. Es geht immer nur um Macht und sonst gar nichts. Der Rest ist nur Mittel zum Zweck.

  44. DNJ

    @Felsberger
    Kompliment, manche Ihrer Thesen sind zwar unorthodox und teilweise kühn, alles würde ich so nicht unterschreiben. Ihre einigermaßen um Objektivität bemühten Analysen heben sich aber trotzdem von dem hier ständig bis zum Erbrechen wiedergekäuten Mantra Nazis=Sozis=Kommunisten=Grüne=Vegetarier=AKW-Gegner ab.

  45. DNJ

    @Fragolin
    Ach welche Logik: und was dann noch? Spinnen wir doch weiter: US-Demokraten sind das gleiche wie US-Republikaner, katholische Konservative sind Faschisten, Juden sind das Gleiche wie Palistinänser, und Christen sind das Gleiche wie Moslems, weil die mögen sich ja alle auch überhaupt nicht. Oh Sancta Simplicitas.

  46. A.Felsberger

    @DNJ: Es gibt nur wenige, die sich bemühen, Geschichte nicht als unendliche Schuldzuweisung zu erzählen. Einer davon war Norbert Elias, den ich Ihnen nur wärmstens empfehlen kann. Niemand hat Anspruch auf Wahrheit, aber die Geschichte, die man erzählt, ist entweder schlüssig oder unschlüssig, amüsant oder langweilig. Und wenn jemand das Erzählen der Geschichte mit Schuldzuweisungen beginnt, ist das für mich der Beweis, dass er weder Humor noch guten Willen, geschweige denn Verstand, hat. Man kann ihm im Grunde nur den Weg zum nächsten Therapeuten empfehlen.

  47. DNJ

    @Felsberger
    Es ärgert mich, dass gerade sogenannte “Liberale”, die sich weißgottwie intellektuell dünken, in eine derart primitive Rhetorik und argumentslose Tiraden verfallen, in derselben Hirnlosigkeit wie die Linke in den 70er Jahren jeden konservativen älteren Sack als Nazi und Faschist beschimpft hat. Eigentlich beschämend für eine sich selbst so definierende Elite. Leider nichts anderes als ziemlich aufgebrachte Wutbürger, die sich vom Staat und Leben betrogen fühlen, wei die “Linken” überall das Sagen haben.

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