Zitat zum Tag

Es ist eine Binsenwahrheit, dass fast alle Sekten, Kulte oder Religionen ihr Credo zum Gesetz machen, wenn sie die dazu notwendige politische Macht erringen können. Dann werden sie die Opposition unterdrücken und das Bildungssystem untergraben, um die Gesinnung der Kinder schon früh zu formen. Und schliesslich töten sie alle Ketzer, sperren sie ein oder treiben sie in den Untergrund. (Robert A. Heinlein)

2 comments

  1. astuga

    “Und schliesslich töten sie alle Ketzer, sperren sie ein oder treiben sie in den Untergrund.”

    Jahaa… also eigentlich doch nein.
    Natürlich ist das bereits ein grundlegendes menschliches Verhaltensmuster, wenn es um Macht und vermeintlich absolute Wahrheit geht.
    Insofern kommt das natürlich so gut wie bei allen Kulten, Religionen oder totalitären Ideologien vor.
    Allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.

    Aber daneben macht es bei Ideologien und Religionen sehr wohl einen Unterschied, ob diese Intoleranz und Gewaltbereitschaft anderen gegenüber den Gläubigen selbst entspringt, oder ob es bereits Teil der Lehre selbst ist.
    Die dann solche Verhaltensmuster auch noch legitimiert, wenn nicht sogar fordert.
    Selbst Atheist sag ich es mit dem Katholiken und Gelehrten Blaise Pascal: Jesus ließ sich ermorden, Muhammed mordete andere.

    Oder anderes Beispiel.
    Der mörderische Blut- und Opferkult der Azteken hatte viele Anhänger, war altehrwürdig, beinhaltete teils große Gelehrsamkeit (Astronomie, Mathematik) – besaß also im aktuellen kulturrelativistischen Religionsdiskurs alle Aspekte einer angeblich respektablen Religion.
    Und es ist dennoch gut, dass er ausgelöscht wurde (unter Mitwirkung der anderen Indianervölker übrigens).
    Und er war fraglos und unzweifelhaft weniger wert als etwa Buddhismus, Zoroastrismus oder das Christentum.

  2. Herr Karl jun.

    @astuga
    Ihre Milde im Urteil müsste jedem Christen eigentlich zur Ehre gereichen – oder es ist einfach Unwissenheit. Ein flüchtiger Blick auf den Heiligenkalender der katholischen Kirche zum heutigen Tage (20. August) würde Sie zu Bernhard von Clairvaux führen. Zu seinerm “Wirken” gehören die theologische Begründung und die politisch-propagandistische Vorbereitung der Kreuzüge gegen die “Ungläubigen” mit dem Aufruf zur Gewaltmission, inklusive Mord, Totschlag und Zwangsbekehrung. Noch schärfer, direkter und blutrünstiger agitierte er gegen die Wenden, einen nicht christianierten slawischen Stamm im Gebiet des heutigen Ostdeutschland und Polen. Auch der morgige Tagesheilige, Pius X, würde Ihre Milde brauchen. Er verurteilte vehement Demokratie, Liberalismus, Protestanten und anderes “modernes Zeug” und bedauerte, dass die katholische Kirche nicht mehr am Gewaltmonopol des Staates teilhaben konnte. Diese Reihe ließe sich fortsetzen; Sie sehen: jede Menge Stoff für Milde – und Unwissenheit.

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