Ein Gedanke zu „Zitat zum Tag

  1. stiller Mitleser

    Heute war ich zufällig bei der Begehung des Dönerladens im Nebenhaus (den ich öfter frequentiere, weil er sehr sauber und die türkische Familie, die ihn betreibt sehr nett ist) durch MA19, Marktamt, Polizei, Wirtschaftskammer, noch drei Herren die ich nicht zuordnen konnte und ein Mitglied der Bezirksvertretung (SPÖ). Die Betreiber wollen um die Genehmigung zweier Tischchen vorm Lokal ansuchen, der Gastro-Herd in der blitzsauberen Küche sei zu groß (Strafe!), das “Nicht rauchen!” -Schild hing nicht am Eingang sondern weiter hinten (Strafe!), kein Allergen-Aushang (Strafe!), ein nicht vorschriftsgemäßes Geschäftsschild (Strafe!) etc… ich fragte den Herrn von der Wirtschaftskammer, ob die Fachabteilung Gastronomie türkischsprachige Mitarbeiter habe, schließlich seien auch für unsereins Gesetzestexte nicht so einfach zu verstehen, nein habe sie nicht. Meine Frage ob man das nicht vereinfachen könne, wen störe der große Herd, die (14 000 € teure) Abluftanlage sei schließlich ok, konnte nicht beantwortet werden. Die Vorinhaber des kleinen Lokals wollten schon ein Puff draus machen, bekamen aber keine Konzession, weil an einer Bushaltestelle gelegen, evtl hatte auch die Hausverwaltung was dagegen. Viele kleine Lokale, nachdem Friseure, Fleischhauer etc. aufgehört haben, stehen ein paar Jahre leer und werden hier in der Vorstadt dann als “Studio” adaptiert (in Deutschland könnten Mieter eines solchen Hauses ihre Mieten, wenn Prostitution im Haus logiert, sofort um 30% senken, deswegen ist dort Prostitution in Gewerbe-und nicht in Wohngebieten lokalisiert). Wer kontrolliert in Wien in den “Studios” die Hygiene ? Die Polizei, erfuhr ich.

    Um die Hygiene, die mich als Konsument am meisten interessieren würde, gings bei dieser Begehung im Dönerladen aber gar nicht. Wenn die Betreiberfamilie die Auflagen nicht packt und aufgibt, naja, dann gibt’s ein paar Wiener Mindestsicherungsbezieher mehr. Während sich Polizei, die Vertreter der verschiedenen MAs und die zwei Herrschaften von der Wirtschaftskammer im winzigen Dönerlokal drängten, begann vor dem Lokal, es ging gegen Mittag und die ersten blassen, zittrigen Kunden warteten bereits, der Drogenverkauf. Meine böse Frage warum der nicht ebenso geregelt werde, wurde von den Behördenvertretern leider nicht beantwortet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.