Zitat zum Tag

Von | 2. Oktober 2017

Wenn die Bewohner eines Gebietes, sei es eines einzelnen Dorfes, eines Landstriches oder einer zusammenhängenden Reihe von Landstrichen, durch unbeeinflusst vorgenommene Abstimmungen zu erkennen gegeben haben, dass sie nicht in dem Verband jenes Staates zu bleiben wünschen, dem sie augenblicklich angehören, sondern einen selbständigen Staat bilden wollen oder einem anderen Staate zugehören wünschen, so ist diesem Wunsche Rechnung zu tragen.” (Ludwig von Mises, 1927)

25 Gedanken zu „Zitat zum Tag

  1. Thomas Holzer

    Man lese die Verfassung des Fürstentums Liechtenstein, eines ziemlich autokratisch regierten Landes 😉

  2. Falke

    Weder die EU-Gewaltigen, noch die spanische Regierung kennt oder schätzt Ludwig von Mises, eher schon Karl Marx, Lenin und Ceausescu.

  3. KTMTreiber

    @Falke:
    … Sie vergaßen (darf man das heute noch so schreiben) Mao, Stalin, Pol Pot, und ein bisschen Idi Amin, wobei sich Kern’s Filius unlängst von Letzterem distanzierte … 😉

  4. Fragolin

    Genau genommen ist dies sogar Völkerrecht. Jedes Volk, und das ist definiert durch eigene Kultur, Geschichte, definiertes Siedlungegebiet und Sprache, hat das Recht auf Selbstverwaltung resp. einen eigenen Staat mit unverletzlichen Grenzen.
    Interessiert nur keinen. Völkerrecht wird (ebenso wie Demokratie) immer nur dann angerufen, wenn man mal wieder eine möglichst schwammige Begründung für die Durchsetzung von Interessen benötigt. Ansonsten sind den Machthabern Dinge wie Völker, deren Rechte oder deren demokratische Willenskundgebung herzlich egal. Man legt es sich immer so hin, wie man es braucht.

  5. Christian Peter

    Beim Selbstbestimmungsrecht der Völker wird stets mit zweierlei Maß gemessen, es wird immer nur dort akzeptiert, wo es politische genehm ist, z.B. im den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion oder in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, in Kurdistan (u.s.w.), aber dort abgelehnt, wo dies nicht der Fall ist, wie z.B. in Südtirol, in Katalonien, auf der Krim, etc. etc.

  6. Rado

    Diesen dämliche Weisheit sollte man in den französischen Vorstädten oder in Berlin aber nicht zu laut aussprechen.

  7. raindancer

    Es ist eine Schande wie eine Regierung mit einem legitimen Wunsch nach Abspaltung umgeht, vor allem die Menschen wollten nur wählen.
    Erschreckend, sollte uns aber eine Lehre sein.
    Es wird nichts so sehr gefürchtet wie echte Demokratie, diese wurde uns schon vor langer Zeit weggenommen und zwar indem man nur noch alle paar Jahre wählen darf und da nur Parteien, die dann letzten Endes auch wieder koalieren.
    Ein Witz.

  8. cmh

    Dann warten wir halt, bis die Türken in Favoriten die Mehrheit haben und schauen zu, wie sie die autonome Provinz Favoritistan ausrufen und die dann aus dem Österreichischen Staatsverband ausscheiden. Oder was?

    Aktuell ist mir zwar die Fundstelle des Miseszitats nicht bekannt und auch Katalonien kenne ich nicht so gut, aber man sollte sich dennoch jeglicher apodiktischer Meldungen zu konkreten Problemen enthalten. Die angewandten Rechtssätze könnten einmal gegen einen verwendet werden.

    Die Medien sollten sich hier absoluter Neutralität verpflichtet fühlen, denn der einen oder anderen Seite zuzuneigen kann leicht wie zündeln wirken.

  9. cmh

    Nachsatz: Wie schaut das Ganze mutatis mutandis bei den Royhingas aus? Ich denke da liegen die Meinungen umgekehrt.

  10. Christian Peter

    @raindancer

    Die Erfinder der Demokratie würden sich im Grabe umdrehen wenn sie wüssten, was aus der Demokratie geworden ist. Ehemals gab es weder Wahlen noch Parteien und politische Ämter wurden auf ehrenamtlicher Basis für das Gemeinwohl ausgeübt.

  11. raindancer

    mal was lustiges zum “Erfinder der Demokratie”

  12. Johannes

    Na gratuliere dann werden Ottakring und Favoriten bald zu Stadtstaaten.

  13. raindancer

    @Johannes
    ich weiss was sie meinen, ich hab auch darüber gelesen, dass der islamische Anteil der Bevölkerung sehr hoch ist, aber ich glaube die Unabhängigkeitsbestrebungen von Katalonien gibt es schon sehr sehr lange.

  14. raindancer

    mir kommt gerade wieder das K…wenn ich die Berichterstattung zu dem Attentat in den states höre ..ich glaub ich hab noch nie so oft : einzelner Wolf und Einzeltäter gehört.
    Die Einzelfalltheorie soll wohl wieder durch die Medien bestätigt werden, damit man weiterhin den Islam als Religion tolerieren muss anstatt der Religion alle Gelder zu streichen.
    Ebenso muss ja das EU Projekt:Migration zügig voran gehen.
    Solche Attentate stören deren Projekte und sollen von den Medien gefälligst nur dezent erwähnt werden, so wie ein Flugzeugabsturz wegen Motorschaden oder Ähnlichem.
    Hat nix mit nix zu tun und wenn ist der IslamISMUS und nicht der Islam.

  15. raindancer

    und auf welt.de diskutieren sie alle über Waffengesetze oder werden Kommentare über den Islam per se gefiltert? …was ist nur mit den Deutschen los

  16. mariuslupus

    Die Zentrale in Madrid koennte sich diese Gewaltexzesse nicht ohne Unterstuetzung aus Bruessel leisten.
    Ein Vorgeschmack, auf das, was mit den renitenten Ungarn passieren koennte.
    Wie waere es mit Suedtirol ? Was wuerden die Italiener machen ?
    Ein Beispiel aus letzter Zeit, Zerfall der CSSR, die Tschechen haben die Entscheidung akzeptiert, friedlich.

  17. Rado

    @mariusplus
    Es gibt noch mehr Beispiele von (beginnendem) Staatenzerfall in Europa. Das Verhalten der EU dazu war immer dubios.
    Schottland: Vor dem Brexit-Referendum war die EU sehr ablehnend gegen eine Sezession, danach nicht mehr. Ebenfalls ein Lehrstück ist die Unabhängigkeit des Kosovo. Die EU mithilfe der UNO schenkt der kriminellen Mafia einen Staat, mit allem was dazugehört. Währung (nämlich den Euro), Anerkennung, Volk und Beglückungen aus der Großen EU-Geldgießkanne.
    Kurz gesagt, die EU unterstützt JEDEN und ALLES, der ihr die Türe öffnet. Ich würde darum einen Türkischen Kleinstaat in Deutschland oder Österreich nicht von Vorneherein ins Lächerliche ziehen. Wenn bestimmte Länder aus der EU ausscheren sollten, könnte eine Sezessionsbewegung plötzlich einen wundersamen EU-Aufwind erfahren, falls sie nur eine EU Vollmitgliedschaft anstrebt.

  18. Lisa

    @Rado: einen türkischen – oder muslimischen oder sonstwie von aussen zugewanderten – Binnenstaat könnte es nur geben, wenn sich diese unseligen Parallelgesellschaften weiter aufblähen und ganze Viertel in Grossstädten “besetzen” dürfen. Das ist nun mal der Nachteil von Grossreichen: man kann nicht alles kontrollieren, was da in der Bevölkerung vorhanden ist. Wenn sich in Europa wieder die historische gewachsenen Kleinstaaten bilden würden, hätten die jeweiligen Regierungen viel mehr Macht, etwas zugunsten ihrer Bewohner zu ändern. Und gleichzeitig müssten sich Einwandernde sofort anpassen statt sich erst mal im eignen Kulkturkreis einzuigeln und dann über Jahre dort zu verweilen. Und wenn es noch Amish wären! Leider verträgt sich nicht jede Kultur nicht mit der des Einwanderungslandes.

  19. Rado

    @Lisa
    So etwas kann schneller gehen, als man glaubt, Der Kosovo sei da nur als Beispiel für mein obengenanntes Gedankenspiel erwähnt. Die Verdrängung der serbischen Bevölkerung dauerte zwar einige Jahre, ist aber mittlerweile abgeschlossen.
    Die wirtschaftliche Lage eines solchen Gebildes, in dem 80% einer großteils analphabethischen Bevölkerung von HarzIV oä. leben, wäre, wie man am Beispiel Kosovo sieht, auch kein unüberwindbares Problem. Irgendein Sponsor – von der Emiraten bis zu Erdogan – dürfte sich finden lassen. Es würden sich auch Mainstreammedien finden lassen, welche dafür sorgen, dass – so wie 2015 – die allgemeine Ruhe als erste Bürgerpflicht bestehen bleibt. glauben sie mir, mit wie Politikern zB. die Deutschen sie haben, ist das alles nicht so absurd, wie es klingt. Merkels hätte ja Erdogan jetzt auch schon das Wahlkämpfen in Deutschland erlaubt, wenn die Niederländer nicht einigen Druck aufgebaut hätten.
    Was würden die Deutsche regierung tun, wenn Erdogan die Deutschtürken eine Volksabstimmung über einen eigenen Staat abhalten ließe? Sind Sie sicher, dass sie nicht “Zu Verhandlungen bereit” wäre?

  20. Lisa

    @Rado: Der “eigene Staat” hätte ja keine historische Berechtigung: Es sei denn, man akzeptiere, dass wandernde Völker eine “Landnahme” praktizieren, m.a. W. Gebiete besetzen, wo andere Bewohner leben. Eigentlich müsste man das “Krieg” nennen. (das rhetorische “we are at war” hatte keine Konsequenzen…) DAS ist ein Konfliktpotential, nicht das Auseinanderfallen Europas in seine geschichtlichen Kleingebiete. Wer sich mit einem Doppelpass zudem nicht eindeutig zu einem politischen Gebilde bekennt, ist ohnehin ziemlich unentschieden (“charakterlos” oder “feige” würde ich das zwar nicht nennen, aber auf Loyalität wird man da kaum zählen dürfen. ) Ich verstehe Heimwehtürken schon – aber die Frage ist , warum sie denn nicht wieder zu ihrem geliebten Führer “heim ins (Osmanen-)Reich” streben???
    Im Falle des Schweizer Kantons Jura hat die ganze Schweiz schliesslich der Abtrennung zugestimmt – zudem sind Jurassier keine Zugewanderten, sondern leben seit Jahrhunderten dort. Die Kosovaren sind aus Albanien eingewandert und haben sich zahreicher vermehrt als die Serben: im ehemaligen Jugoslawien konnte das nicht kontrolliert oder verhindert werden, da Serbien kein eigener Staat mehr war. Der Krieg wurde eigenltich nur aufgeschoben: die Feindschaft blieb.
    Ach, und noch ein Nachtrag: wie ich gerade gesehen habe, ist in meinem Posting ein “nicht ” zuviel: es müsste natürlich heissen: ‘Leider verträgt sich nicht jede Kultur (nicht) mit der des Einwanderungslandes.’ Ich muss mir die Zeit leider immer zusammenstehlen, daher muss es sehr sehr schnell gehen.

  21. Rado

    @Lisa
    “Landnahmen” wandernder oder expandierender Völker sind bei weitem kein Anachronismus. Gerade bei der Türkei, die sich mit ziemlich allen Nachbarländern in einem (kalten) Kriegszustand und zudem einem Bürgerkrieg gegen die Kurden befindet. Mit der weitgehenden Duldung türkischer staatlicher Paralellstrukturen samt Doppelpass für eine Millonenvolksgruppe in Deutschland ist der erste Schritt von der Selbstverwaltung bis zur Staatswerdung der “Deutschtürken” ja schon längst eingeleitet. Man könnte das beinahe als Einladung verstehen. Man höre sich nur die Sprüche der Türkenpolitiker heute an, vor gut vierzig Jahren erst haben sie sich so Nordzypern geholt. Der finale Schritt zur Abspaltung kann durchaus ein kleiner sein.

  22. Lisa

    @Rado: Abschaffung des Doppelpasses wäre ein erster Schritt… “Man kann nciht zwei Herren dienen” die allererste Generation türkische Einwanderer ist übrigens viel besser assimiliert als die zweite und dritte. Man kann sich fragen, warum.

  23. Rado

    @Lisa
    Zum Frage der “historischen Berechtigung” dürfen Sie der türkischen Propaganda durchaus einges zutrauen. Die Türken haben ja bekanntlich Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. 🙂

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