12 Gedanken zu „Zitat zum Tag

  1. Thomas Holzer

    Abgesehen davon, das dies gerade der Richtige sagt 😉
    “Die Geschichte der Freiheit ist eine Geschichte der Begrenzung der Regierungsgewalt.”

    Da scheinen wir uns ja auf einer ziemlich abschüssigen Verliererstraße zu befinden 🙁

  2. Selbstdenker

    Ich bin nicht der Meinung, dass wir uns mittel- bzw. langfristig auf der Verliererstrasse befinden. Wer so denkt, kann sich (im vorauseilenden Gehorsam, wie damals in den 30iger Jahren) ja gleich fügen.

    Wer schon selbst nichts zur Verteidigung der Freiheit beitragen möchte, sollte in diesem Sinne besser gleich das Schweigen erproben. So wie es sich für einen angepassten Bürger in einem totalitären Staat eben gehört.

  3. Selbstdenker

    Das Zitat von Woodrow Wilson bringt es auf den Punkt: jene Freiheit, die wir heute als selbstverständlich erleben, wurde über Jahrhunderte hinweg hart erkämpft.

    Dabei geht es gar nicht um die Bekämpfung des Staates an sich – wie manche fälschlicherweise rein interpretieren – sondern um seine Begrenzung auf sinnvolle Kernaufgaben.

  4. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Und wo sehen Sie, daß der “Kampf” um die Begrenzung des Staates auf wenige sinnvolle Aufgaben auch nur im Ansatz erfolgreich ist?
    Es werden doch im Gegenteil immer mehr Aufgaben, ganz demokratisch, dem Staat, den EU-Behörden zugewiesen

  5. cmh

    War dieser Wilson nicht der, der sein Land, dem er den Frieden versprochen hatte in den WKI führte? Der etwas vom Selbstbestimmungsrecht der Völker als Kriegsziel faselte und der sich dann bezüglich Südtirol und den deutschsprachigen Gebieten in der CSR nicht mehr daran erinnern konnte? Der den Völkerbund stiftete um dann selber stiften zu gehen?

  6. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Ein Stück weit sind “die Liberalen” schon selbst schuld an ihrer Marginalisierung. Wie Herr Schäffler in diesem Blog vor einigen Wochen dargelegt hat, gibt es in Deutschland ein Wählerpotential von circa 25% das für liberale Parteien erschlossen werden könnte.

    Zum Vergleich: das entspricht in etwa dem Wähleranteil der SPÖ. Dazu kommt: obwohl es im Nationalrat in den letzten paar Jahrzehnten nie eine linke Mehrheit gegeben hat, wird trotzdem sehr linksdrehend regiert und in den Medien berichtet.

    Der Anteil von ÖBB-Mitarbeitern, Beamten oder Bauern an der Gesamtbevölkerung ist gering. Dennoch wird wohl niemand ernsthaft bestreiten, dass die genannten Gruppen ihre Interessen sehr effektiv durchsetzen können. Würden diese Gruppen – aufgrund ihrer Grösse – Tschüß zur Politik sagen, hätten sie wohl gar nichts zu melden.

    Die linke Politik – insbesondere jene seit den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten – liefert einen aufgelegten Elfmeter nach dem anderen: den Genderflop, den Klimaflop, den Integrationsflop, den Euroflop, etc.

    Und was machen “die Liberalen”? Sie üben sich in Selbstzerfleischung und in Intrigen gegen ihre eigenen Mitstreiter. Sie lassen falsche Behauptungen und üble Nachreden unkommentiert im Raum stehen und wundern sich dann, wenn die Saat aufgeht. Sie lassen sich ihre eigenen Prinzipien bis zur Unkenntlichkeit relativieren, geben nach, raunzen noch etwas und wundern sich dann, warum ihnen so wenig Wähler vertrauen.

    Deutschland liefert aktuell den Schowcase schlechthin was die liberale Selbstmarginalisierung anlangt. Am schlimmsten war die “Empfehlung” einiger selbsternannter “Superliberaler” nicht zu den Wahlen zu gehen. Die Konsequenz: zwei Parteien (AfD, FDP) scheiterten knapp an der Fünfprozent-Hürde und die Linke konnte trotz absoluter Verluste an Wählerstimmen sogar relativ dazugewinnen.

    Das Resultat: in vielen Bereichen (Mindestlohn, Rente, Euro-“Rettung”, etc.) wurden Fehl-Entscheidungen getroffen, die allen Deutschen sehr, sehr teuer kommen werden: egal ob Mann oder Frau, Kind oder Greis, arm oder reich.

    Sieht so erfolgreiche liberale Politik aus?

    Anstatt über die Auflösung liberaler Prinzipien zu jammern wäre es Zeit für einen aktiven Gegenangriff. Es ist wie beim Fußball: derjenige, der am Ball bleibt, das elegantere Spiel und das bessere Ergebnis liefert, den lieben auch die Massen.

  7. Rennziege

    21. September 2014 – 17:39 Selbstdenker – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=31152#comments

    Danke für Ihren Kommentar, der auf Punkt und Komma stimmt — bis hin zur Fußball-Allegorie.
    Leider geht die liberale Selbstzerfrleischung allenthalben ungehemmt weiter. Einziger Hoffnungsschimmer: die AfD, leider nur in Germanien, wo ihr Erfolg allein schon durch die wutschäumenden Diffamierungen aus dem Mund der rotgrünen Einheitsparteien bewiesen wird.

  8. Mourawetz

    Selbstdenker:
    derjenige, der am Ball bleibt, das elegantere Spiel und das bessere Ergebnis liefert, den lieben auch die Massen. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=31152#sthash.HqgjS8Km.dpuf

    Stimmt genau. Derjenige, der das bessere Ergebnis für die Massen liefert, welches sich durch Umfairteilung, Einkommen nicht nach Leistung sondern nach Bedürfnis definiert, den lieben die Massen. Marktwirtschaft, die die echten Liberalen auf der Platte haben, hat im Allgemeinen etwas mit Anstrengung und Fleiß, also mit Disziplin zu tun. Das ist halt nicht das “bessere Ergebnis”. (dessen werden sich die Massen erst bewusst, wenn die Sozialisten den Tüchtigen gerade mal nichts abzwacken können, weil sie selbst nichts haben. Wie z. B. Nach einem Krieg. Nach einer Währungsreform. Den die Sozialisten mal gerade angefangen haben.)

  9. Selbstdenker

    @Mourawetz:
    Genau hier liegt das Missverständnis. Man schätzt die Leute für dumm ein und lässt es daher gleich bleiben ihnen liberale Positionen zu vermitteln. So kommt das Zerrbild zustande, dass Liberalismus ein Programm für die reichsten 1 Prozent wäre … und um die restlichen 99% kümmern sich dann die Sozialdemokraten in allen Parteien.

    Die Jessicas und Kevins hat es immer schon gegeben und wird es vermutlich auch immer geben. So wie es Leute gibt, welche sich nur in einer vorgegebenen Ordnung zurecht finden, während andere erst mit maximaler Freiheit richtig aufblühen.

    Im Gegensatz zum Sozialismus weist der Liberaliusmus den Menschen nicht a priori ihren Platz zu. Und im Gegensatz zu den Tschänderasten versuchen Liberale aus den Menschen nicht etwas anderes zu machen als sie sind bzw. sein wollen. Der Liberalismus gibt dem Individuum vielmehr die Chance sich als das was es ist voll zu entfalten oder – auf eigenes Risiko – neue Wege zu beschreiten.

    Wenn ich mir ansehe wieviele Menschen sich ausserhalb ihres Berufes – zum Teil auch völlig unnötig – verausgaben, Risiken eingehen und Bestätigung suchen, kann ich kaum glauben, dass sie sich danach sehnen Jessicas bzw. Kevins zu werden.

    Dort wo die Menschen nicht beruflich gefordert werden, suchen sie sich neue Ziele ausserhalb ihres offiziellen Erwerbslebens. Und sei es “nur” als Schwarzarbeiter auf dem Bau.

    Anstatt weite Teile der Bevölkerung pauschal als dumm und faul abzustempeln, sollte man den Kontakt zu denen suchen, die was bewegen wollen. Und das sind gar nicht so wenige.

    Aus meiner persönlichen Sicht ist zum Beispiel die SPÖ nicht nur eine herkömmliche sozialdemokratische Partei, sondern sie verkörpert vielmehr die totale geistige Umnachtung. Mehr (!) noch als die Grünen, die FPÖ oder die ÖVP.

    Man kann natürlich schon am Verstand der Menschen in diesem Land zweifeln und die Demokratie verdammen, wenn man bedenkt, dass eine Partei wie die SPÖ am meisten stimmen bekommt.

    Angenommen, die SPÖ bekommt bei einer Wahlbeteiligung von 50% einen Anteil von 25% der abgegebenen Stimmen, so würde dies lediglich 12,5% der stimmberechtigten Bürger repräsentieren. Der Rest ist – unter anderem auch auf Anraten selbsternannter “Liberaler” – entweder gar nicht wählen gegangen oder hat seine Stimme einer anderen Partei gegeben.

    Wenn die SPÖ angesichts solcher Legitimationsverhältnisse die Mehrheit der Bürger hinter sich wähnt, kann ich nur laut lachen! Wenn ausgerechnet “Liberale” auf den gleichen Schmäh reinfallen und die anderen 87,5% der Wahlberechtigten zum dumpfen sozial-“demokratischen” Stimmvieh erklären, kommen mir fast die Tränen.

    Ein Wahlrecht, in welchem die Sitze im Nationalrat an der Anzahl abgegebener Simmen gekoppelt sind plus eine ausnahmslose Direktwahl der Abgeordneten würde den vorhandenen Saustall radikal zum Besseren verändern.

    Direkte Demokratie … einer von vielen verpassten Elfmeter-Chancen der Liberalen.

  10. Herr Karl jun.

    @Selbstdenker
    Ich schätze Ihren Kommentar, besonders den kämpferischen Unterton :-). Doch leider war und ist der Liberalismus klassischer Prägung in einem System mit allgemeinen Wahlrecht einfach nicht mehrheitsfähig. Er war dies nur in den Perioden mit einem Kurien- oder Zensuswahlrecht. In Wien der Ringstrassenzeit waren von etwa 630.000 Einwohnern 1868 nicht mehr als 24.000 wahlberechtigt; diese entschieden sich mit deutlicher Mehrheit für liberale Kandidaten. Das genuin liberale Weltbild beruhte auf einer spezifischen Selbstwahrnehmung, auf Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und staatsbürgerlichen Stolz. Es hielt Bildung und Freiheit sowie überhaupt das aufklärerische Erbe hoch. Es hatte nichts, aber auch gar nichts gemein mit dem Wähler der heutigen Massendemokratie mit seinem Hang zur “situationselastischen” Beliebigkeit, zur schamlosen Freude an jeglicher Nicht-Bildung, zum diebischen Neidverhalten mit unverhohlenen Aneignungsabsichten und zur reflexartigen Verantwortungsüberwälzung in allen Lebenssituationen. Liberale sind in einer Massendemokratie deshalb schon naturgemäß eine Minderheit ; in einem solchen Mainstream werden sie immer “Abweichler”, Dissidenten und “Gegen-den-Strich-Bürstende” sein.

  11. Rennziege

    22. September 2014 – 12:03 Herr Karl jun. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=31152#comments

    Kluges Posting. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt — zugleich mit dem Glauben an das Abenteuer Leben, das nur dann eines ist, wenn man den Allerwertesten aus dem Sofa hebt, in die Hände spuckt und die entschlossene, risikobereite Verwertung eigener Talente, seien sie auch noch so schmal, der staatlichen Zwangsbeglückung vorzieht.
    Ein unabwendlicher A*schtritt wird jeden Bürger heutiger Massendemokratien dazu bewegen. Denn der proklamierte Hang zur Nichtbildung, zur Aussackelung der überlebenden Leistungswilligen und zum Wachkoma im sozialen Netz wird seinem natürlichen Ableben nicht entkommen. Denn die Wundertüte der Wählerbestechung ist leer, die Kreditwürdigkeit der Staaten nur noch durch die fahrlässige Krida von Weltbank, FED, EZB und EU gestützt — und selbst der einfältigste Empfänger sozialer Wohltaten wird in Kürze schmerzlich spüren, dass ihm das Schlaraffenland keine gebratenen Tauben mehr ins Maul schmeißen kann.
    Dasselbe gilt für die politischen Protagonisten des vorgegaukelten Schlaraffenlands (das sie aber primär selbst bewohnen wollen, mit fürstlichen Apanagen gesegnet): Das Hemd geht am A*sch nicht mehr zusammen, die Steuerschraube ist längst überdreht.

    Die Stunde der Liberalen naht — sofern sie sich (und Mises et al.) treubleiben, reinen Wein ausschenken und nicht ihrerseits um Plätze am Schweinetrog rangeln; wenn sie also im einzig wahren Sinn des Wortes sozial bleiben, also jeden Bürger zum Gebrauch seiner Fähigkeiten ermutigen und ihm die Freiheit dafür garantieren, von Bevormundung und Bürokratie entlastet.

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