Zitat zum Tag

Von | 8. Oktober 2014

Besonders aufschlussreich aber ist die Beobachtung, dass alle totalitären Bewegungen unserer Zeit mit sicherem Blick im Liberalismus ihren eigentlichen Gegenpol erkannt und keinen Augenblick aufgehört haben, mit Gewalt, Verleumdung und Beschimpfung gegen ihn Krieg bis aufs Messer zu führen. Auf der ständigen Suche nach irgendeiner Erfolg versprechenden Wendung haben die modernen Tyrannen – mögen sie sich nun faschistisch, nationalsozialistisch oder kommunistisch nennen – alle Maskenkostüme ausprobiert. Sie haben uns versichert, dass sie sozialistisch oder demokratisch oder nationalistisch oder romantisch-korporativistisch oder was sonst immer seien. Ja, sie haben zuzeiten den Zynismus so weit getrieben, dass sie sogar dem Christentum Reverenz erwiesen. Aber sie haben sich gehütet, jemals dem Liberalismus den Hof zu machen. (Wilhelm Röpke)

6 Gedanken zu „Zitat zum Tag

  1. FDominicus

    Aber heute wird sich zumindest von den grünen Faschisten bei den Liberalen angebiedert. Grün = liberal in unsere Zeit wohl ganz “normal”.

  2. Thomas Holzer

    @FDominicus
    Diese Anbiederungen sind nur möglich, weil seit über 70 Jahren permanent -und leider erfolgreich- Begriffe, Definitionen im Sinne des Sozialismus verändert wurden.
    Mittlerweile wird Sozialismus und Bevormundung mit liberal gleichgesetzt, Kapitalismus, Eigenverantwortung mit Zwang; so weit sind wir schon gekommen

  3. Herr Karl jun.

    Auch die Punzierung “neo-liberal” kommt aus diesem Geiste. Othmar Spann, ein fanatischer Befürworter eines “starken” (sogar totalitären) Staates und eine zeitlang anbiedernder Sympathisant der NaziSozen, hat diesen Begriff um 1930 erstmals (abwertend) verwendet. Er hat, so wie heute die Linken, mit dem Begriff “neo-liberal” unbewusst – und doch treffend – wieder auf den historischen Gegensatz des Liberalismus zum Feudalismus Bezug genommen. Was anderes als “Neo-Feudale” sind den die heutigen Etatisten, Umverteiler und Staatsgläubigen, wenn sie sich selbst als schamlose Nutzniesser, Benefiziare und Apanagenbezieher auf Kosten Dritter und nachkommender Generationen gerieren und dieses “Staatsmodel” in Orwell’scher Sprachmanier “Wohfahrtsstaat” nennen?

  4. Berliner

    Grüne bezeichnen sich heute so gerne als gesellschaftsliberal, dabei vergessend, dass es ohne wirtschaftliche Freiheit auch keine politische Freiheit geben kann. Aber egal, solange es pragmatische Ideen zur Aushöhlung hirnverbrannter Regulation gibt. Nachfrage danach gibt es ja zur Genüge…

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