Zitat zum Tage

Von | 29. September 2017

Es endet immer auf gleiche Weise: Die Zivilisation erreicht ein Stadium der Überreife, wo sie sich nicht nur nicht mehr verteidigen kann, sondern auf eine scheinbar unbegreifliche Art auch die eigenen Feinde züchtet. (Imre Kertész, „Letzte Einkehr“)

8 Gedanken zu „Zitat zum Tage

  1. mariuslupus

    Es ist nicht zwingend dass eine Zivilisation zu Grunde geht. Es sei den die Machthaber wollen es so.

  2. KTMTreiber

    @mariuslupus:

    Everybody knows that the dice are loaded
    Everybody rolls with their fingers crossed
    Everybody knows that the war is over
    Everybody knows the good guys lost
    Everybody knows the fight was fixed
    The poor stay poor, the rich get rich
    That’s how it goes
    Everybody knows

    Everybody knows that the boat is leaking
    Everybody knows that the captain lied
    Everybody got this broken feeling …

  3. Lisa

    Ich würde nicht sagen, dass die Zivilisation zu Grunde geht, sondern sie verändert sich, indem sie alte Elemente aufgibt und neue aufnimmt. So werden im vielbeneideten und vielbeschimpften Westen die ganzen Technologien bleiben und weiterentwickelt werden: kein Mensch, schon gar nicht ein Migrant, will auf Internet/Telekommunikation, Auto, Flugzeug, hochtechnisierte Medizin und stets verfügbare Nahrungsmittel aus der ganzen Welt verzichten. Und dieses technische Wissen, diese Wirtschaftsform stammen zum allergrössten Teil aus Europa (die heutigen Amerikaner, von den paar noch überlebenden Ureinwohnern abgesehen, sind auch bloss ausgewanderte Europäer) Was andere, nicht wissenschaftlich-technische kulturelle Schöpfungen angeht (Religion, Ethik, Politik, Kunst, Lebensweise…), da muss man wohl einen Wertewandel annehmen. Aber nicht, weil die “Machthaber” es so wollen, wie @mariuslupus annimmt, sondern weil jeder einzelne Mensch dazu beiträgt, dass sich etwas Bestehendes zu seinen Gunsten verändert. In relativ homogenen Gemeinschaften geht dieser Wandel langsam vor sich, in multikulturellen schneller. Dass sich zB nach den “sexuell befreiten” 68ern und den „schwachen Vätern“ langsam aber sicher wieder eine durch Moslems und andere patriarchale Kulturen vertretene strengere Sexual-Moral, stärkere Vaterfiguren und ein besserer Rückhalt in der eigenen Familie durchsetzt, ist nur eine von den typischen Pendelbewegungen in der (Geistes-und Kultur-)Geschichte. Im Gegenzug werden Männer aus diesen Kulturen lernen, ihre Triebe zu sublimieren und zu beherrschen, da in einer arbeitsteiligen hochtechnisierten Welt Religion und Sexualität Privatsache sind, Krieg möglichst vermieden werden soll, die politische Gemeinschaft und nicht die Familie an erster Stelle steht und “Männlichkeit” in erster Linie über Leistung/Beruf, soziales Ansehen, Bildung und Besitz definiert wird, nicht über sexuelle Aktivität und möglichst viele Kinder.

  4. Rennziege

    29. September 2017 – 15:01 — KTMTreiber
    @Lisa:
    (a) La bella Lisa muss eine Idealistin der 68er-Generation sein, noch dazu immens wortreich wie die alle. Heute kann so ein Sermon, wie Sie richtig sagen, nur als Satire aufgefasst werden, sei das Geschwurbel auch noch so ernstgemeint.
    (b) Ihr Link zu Leonard Cohens “Everybody Knows” tut wohl. und trifft den Punkt. May God bless this singular artist, from wherever he is laughing at us now!

  5. Johannes

    Das könnte eine Erklärung sein warum der Islam nicht unter diesem Verschleiß leidet.

  6. astuga

    In seinem neuen Buch , „Letzte Einkehr“, das im Englischen passender „The Last Refuge“, letzte Zuflucht heißt bringt der Holocaust-Überlebende und Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész auf den Punkt, was Europa 2015 heimsucht: „Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen, der sich als kindlich und selbstmörderisch erwiesen hat…“
    Ebenso: Europa kapituliert (…) wie eine billige Nutte vor ihrem prügelnden Zuhälter. So geht es, wenn Überheblichkeit und Feigheit die beherrschenden Charakterzüge sind.

    Aus: Imre Kertész, Letzte Einkehr, Hamburg, 2015
    Er sagt das in Bezug auf den importierten Terror, aber es passt auf importierte Kriminalität ebenso.

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