Zudringlich im Gouvernantenstaat

Von | 14. Mai 2013

“….Von der Frauenquote bis zum Glühbirnenbefehl, vom Rauchverbot über die Mülltrennung bis zum Sprengelzwang werden immer mehr Lebensbereiche von der staatlichen Obrigkeit mit Geboten und Verboten umstellt. Die politische Klasse fühlt sich zusehends wie eine Kaste von Supernannys, die den ungezogenen Bürgern – in allerbester Absicht natürlich – Vorschriften machen will. Das totale Tempolimit passt genau in dieses Bild der neuen Bevormundungsrepublik…” (Wolfram Weiner im “Handelsblatt“)

58 Gedanken zu „Zudringlich im Gouvernantenstaat

  1. Tom Pinger

    Stimme dem allen grundsätzlich zu, aber immer wieder wird im Zuge solcher Aufzählungen das Rauchverbot genannt. Und das passt da nicht hinein! Mein Rauchen belästigt andere unmittelbar. Ob ich Müll trenne oder nicht, ob ich alte Glühbirnen verwende oder nicht, all das stört meine Mitmenschen nicht unmittelbar. Rauchen sehrwohl! Und jetzt soll mir keiner mit “Rücksicht nehmen würde auch reichen” daher kommen. Das funktioniert nicht…

  2. Thomas Holzer

    @Tom Pinger
    Jeder Gastronom kann doch selbst entscheiden, ob er ein Raucherlokal oder nicht führt, oder ob er Raucher und Nichtraucher in getrennten Räumen bedient;
    so was nennt man auch ökonomische Freiheit.

  3. Mourawetz

    @world-citizen
    Daran ist nichts Hysterisches, viel mehr wird auf den Zwang hingewiesen, mit dem man 200 Millionen Haushalten in der EU die Energiesparlampe aufoktroyiert hat.

    Die Neon-Röhre wurde in den 70er Jahren. Sie nahm ihren Siegeszug durch die Lagerhallen und New-Wave-Lokale ganz ohne Glühbirnenverbot. Aktuelle Entwicklungen wie die LED sind auf dem Vormarsch, werden immer billiger. Energiesparlampen haben und hatten das Problem, dass sie viel zu teuer sind, weshalb ihr Verkauf nicht so rasend toll war. Es ist das gute Recht der EU-Beamten, ihr Eigenheim vom Keller bis unter den Dachgiebel mit den überteuertsten Lampen der Welt auszustatten. Nur sollten sie dabei die Freundlichkeit haben, mir und dem Rest Europas es zu überlassen, für welches Konsumgut wir uns entscheiden. Das ist Privatsache.

    Irgendwelche Normverbrauche von Autos, die in der Vergangenheit durchgesetzt wurden, als Argument für weitere, tiefere Eingriffe herzunehmen, ist absurd. Hingegen sieht man, wohin es führt, wenn man einmal Eingriffe in das Leben der Menschen gemacht hat. Nämlich, dass diese immer weiter gehen. Deshalb plädieren Liberale auch für die Freigabe von Drogen. Nicht, weil sie Drogenmissbrauch nicht auch als gesundheitschädlich verdammen, wie jeder vernünftige Mensch. Sondern weil Verbote durch den Staat immer mit einem Rückzug von Freiheit einhergehen. Sind die Türen einmal aufgestoßen, wer garantiert, dass nicht weitere, immer mehr in die Privatsphäre der Menschen eingreifende Verbote kommen werden? Die Büchse der Pandora wurde schon vor langer Zeit geöffnet, das Glühbirnenverbot ist eine Folge davon.

  4. Mercutio

    @Realist
    Für Hygieneregeln in der Küche und dergleichen Vorschriften (Baurecht, Feuerpolizei etc etc) gilt das aber in öffentlichen Gaststätten scheinbar nicht.

  5. Mercutio

    @Mourawetz
    Wer klug war, hat sich (es gab immerhin eine jahrelange Vorlaufzeit) mit ein paar hundert Stück dieser Pfennig-Artikel (Kosten: sagen wir 50 oder meinetwegen 100 Euro) eingedeckt und kann das Thema die nächsten 30, 40 Jahre lang vergessen. Wenn man nur allen verordneten Blödheiten so leicht entgehen könnte.

  6. Christian Weiss

    Mercutio :
    @Realist
    Meine Angestellten sind aber nicht mein Eigentum.

    Die Angestellten sind genau deshalb auch nicht per Autorität der Peitsche und des Brandeisens dazu verpflichtet, bei mir zu arbeiten.

    Mercutio :
    @Realist
    Für Hygieneregeln in der Küche und dergleichen Vorschriften (Baurecht, Feuerpolizei etc etc) gilt das aber in öffentlichen Gaststätten scheinbar nicht.

    Die Einhaltung von Hygieneregeln oder feuerpolizeilicher Vorschriften oder die Solidität der Bausubstanz kann ich als Kunde – obwohl für mich Sicherheits- und Gesundheitsrelevant – nicht so ohne weiteres beurteilen. Ob in einer Kneipe geraucht wird, merke ich, wenn ich die Türe aufmache.

  7. Mercutio

    @Christian Weiss
    Nun, gibt es aber tausenderlei Regeln in Bezug auf gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, die ein Arbeitgeber für seine Dienstnehmer einhalten muss. Warum sollte das dann ausgerechnet fürs Rauchen nicht gelten?
    PS Bin kein Rauchgegner, sondern rauche selbst gerne, kann aber diese verdrehte Argumetation nicht nachvollziehen, dass in einem Fall eine Vorschrift in Bezug auf mein Eigentum völlig legitim ist und im anderen nicht. Das erscheint mir ziemlich rabulistisch. Das mit dem Nachprüfbarkeitsargument erscheint mir schwindlig, warum sollte ich dann nicht gleich auch einen Blick oder zwei in die Küche werfen dürfen?

  8. world-citizen

    Mourawetz :
    @world-citizen
    Daran ist nichts Hysterisches, viel mehr wird auf den Zwang hingewiesen, mit dem man 200 Millionen Haushalten in der EU die Energiesparlampe aufoktroyiert hat.
    Die Neon-Röhre wurde in den 70er Jahren. Sie nahm ihren Siegeszug durch die Lagerhallen und New-Wave-Lokale ganz ohne Glühbirnenverbot. Aktuelle Entwicklungen wie die LED sind auf dem Vormarsch, werden immer billiger. Energiesparlampen haben und hatten das Problem, dass sie viel zu teuer sind, weshalb ihr Verkauf nicht so rasend toll war. Es ist das gute Recht der EU-Beamten, ihr Eigenheim vom Keller bis unter den Dachgiebel mit den überteuertsten Lampen der Welt auszustatten. Nur sollten sie dabei die Freundlichkeit haben, mir und dem Rest Europas es zu überlassen, für welches Konsumgut wir uns entscheiden. Das ist Privatsache.
    Irgendwelche Normverbrauche von Autos, die in der Vergangenheit durchgesetzt wurden, als Argument für weitere, tiefere Eingriffe herzunehmen, ist absurd. Hingegen sieht man, wohin es führt, wenn man einmal Eingriffe in das Leben der Menschen gemacht hat. Nämlich, dass diese immer weiter gehen. Deshalb plädieren Liberale auch für die Freigabe von Drogen. Nicht, weil sie Drogenmissbrauch nicht auch als gesundheitschädlich verdammen, wie jeder vernünftige Mensch. Sondern weil Verbote durch den Staat immer mit einem Rückzug von Freiheit einhergehen. Sind die Türen einmal aufgestoßen, wer garantiert, dass nicht weitere, immer mehr in die Privatsphäre der Menschen eingreifende Verbote kommen werden? Die Büchse der Pandora wurde schon vor langer Zeit geöffnet, das Glühbirnenverbot ist eine Folge davon.

    Niemandem ist es verboten, weiterhin Kohlenfadenlampen zu verwenden. Wer sich vor 3 Jahren einen großen Vorrat angelegt hat, kann noch 100 Jahre damit leuchten.

    Es ist ja auch niemandem verbotren, heute noch mit einem Borgward Isabella oder einem Lloyd Arabella zu fahren, wenn er noch gut erhalten ist.
    Diese Fahrzeuge werden bloß nicht mehr neuwertig auf dem Markt angeboten, weil es heute eben moderneres gibt.

  9. Mercutio

    @world-citizen
    Im Grunde weiß doch jeder auch von den “Liberalen”, dass dies keine obrigstaatliche Entscheidung war, sondern dass ganz einfach ein Kartell aus den beiden mächtigsten Leuchtmittelkonzernen der Politk ihren Willen aufgedrückt hat. Willkommen, freier Markt.

  10. Mourawetz

    @world-citizen
    Sie wissen offenbar nicht, was mit Glühbirnenverbot gemeint ist. Nein, die Verwendung ist nicht verboten, da haben Sie schon recht. Darum geht es aber auch nicht. Der Verkauf von Glühbirnen ist verboten. Die Glühbirnen werden nicht mehr gekauft, weil sie nicht mehr verkauft werden. Wenn man noch welche hat, kann und darf man sie verwenden. Das ist kein Grund zum Jubeln, hebt das doch das Glühbirnenverbot nicht auf.

    Auch das Horten von Glühbirnen wie Mercutio das macht, ist keine befriedigende Umgehung dieser Einschränkung, denn sie hebt den Verlust der Freiheit nicht auf, sie formt nur das Kaufverbot um: Zwingt sie doch den Konsumenten, sich für den Rest seines Lebens ein Lager mit Glühbirnen anzulegen. Und da ist es wieder, das böse Wort “zwingen”, das der Freiheit so entgegensteht.

  11. Realist

    @Mercutio

    Mercutio :
    @Realist
    Für Hygieneregeln in der Küche und dergleichen Vorschriften (Baurecht, Feuerpolizei etc etc) gilt das aber in öffentlichen Gaststätten scheinbar nicht.

    Bin auch kein Freund davon.

  12. Mercutio

    @Mourawetz
    Wie schon gesagt, — ich wünschte, alle von “oben” verursachten Probleme wären so leicht zu beheben. Zweitens ist dass nur ein Beweis dafür, dass nicht “die” EU, sondern mächtige Konzernkartelle bestimmen, was erlaubt ist.

  13. Mourawetz

    @Mercutio
    Wenn es stimmen sollte, dass hier mächtig Druck auf die EU-Behörden ausgeübt wurde und sie sich dem Diktat der Konzerne gebeugt haben, wäre das umso bedenklicher. Denn falls sich die EU tatsächlich vor den Karren der Konzerne spannen ließ, wäre dies ein Grund mehr für die Abschaffung der EU zu plädieren. Schützt sie doch die Konsumenten nicht vor Kartellabsprachen wie sie durch Kartellbehörden den Wettbewerbshüter vorgibt. Sondern sie schafft erst recht Kartelle kraft ihrer Reglementierungsmacht.
    Und das mehr oder weniger für einen ganzen Kontinent, sodass es kein Entrinnen für den Einzelnen gibt. EU – ganz schnell abschaffen….

  14. Rennziege

    @Mercutio

    Die Lobbyisten spinnen zweifellos ihre Netze in Brüssel. Aber die EU als solche sorgt für weit höhere und langlebigere Schäden. Siehe die durch CO2-Hysterie, Energiewende und Planwirtschaft kastrierte Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und ihrer Arbeitsplätze:

    http://opinion.financialpost.com/2013/05/13/the-eu-green-hell/

    “Die grüne Hölle der EU” ist leider keine Übertreibung.

  15. gms

    world-citizen :
    Diese Fahrzeuge werden bloß nicht mehr neuwertig auf dem Markt angeboten, weil es heute eben moderneres gibt.

    Legionär sind ja die Zahlen jener Fußgänger, die von Landrover Defenders dahingerafft wurden. Ausgerechnet jenes Fahrzeug, das weltweit dank seiner Steherqualitäten bei Rettungsdiensten aller Art Verunfallten den sprichwörtlichen Arsch rettet, darf ab 2015 ausgerechnet von wegen “Fußgängerschutz” in der EU nicht mehr neu verkauft werden.

    Diesem Auto konnte man werkseitig einen Euro5-Norm-kompatiblen Motor verpassen, weil Robustheit, wenn’s denn sein muß, dem Kult der Klimaversteher untergeordnet wird. Ein ESP braucht solch ein Auto so notwendig wie einen beheizten Schminkspiegel für Passagiere auf der Ladefläche, doch selbst das läßt ließ sich einbauen, nachdem permabesorgte Gouvernanten ESP seit 2011 zur Pflicht erhoben.

    Einzig und allein die prinzipielle Bauart macht dem Fahrzeug ab 2015 endgültig den Gar aus, und die Welt wird dann, der EU sei’s ewig gedankt, ganz toll sicher werden. Selbsternannte Weltbürger mögen nun grenzgenial einwerfen, jedem stünde es frei, sich zuvor noch mit einem Vorrat an Defenders einzudecken.

    Spinnt man den Gedanken weiter, so ist nach pseudomondäner Lesart die von oben forcierte Bevormundung der Staatsinsassen belanglos, zumal der drangsalierte und mit einem Mindestmaß an Phantasiebegabung ausgestattete Normalsterbliche gewiß eine Umgehung findet: Fidschi-Inseln im Wohnzimmer, Braking-Bad als Volkssport.
    Die Kalfaktoren werden die allerorts ausgestreckten Mittelfinger im von Kohlefaser-Lampen ausgeleuchteten Verborgenen nicht mitbekommen, die Zwangsjacken zusehends straffer schneidern, und dergestalt die ansonsten unterbeschäftigten Besachwalteten auf deren Suche nach Selbstbestimmung in Trab halten.

    Wie Sie bemerken — man kann diese Regulierungsorgie auch sportlich nehmen. Viele werden sich vom schwellenden Silikonbusen der anmaßenden Supernannies nolens volens erdrücken lassen, oder das zuckersüße Gift sogar dankbar schlürfen, das man ihnen von Amts wegen behutsam in den Alltag rührt.
    Nicht minder viele aber werden die sonderbare Umkehrung bemerken, wonach es wenige dumme Kinder sind, welche ihre eigenen Spielregeln den erwachsenen Bürgern in typisch infantiler Ernsthaftigkeit okroyieren wollen. Da man Kinder aus gutem Grund nicht schlägt – selbst dann nicht, wenn sie Krankenschwester spielen und einem im Minutentakt das Fieberthermometer aus Plastik mit Anlauf in den Hals rammen wollen – empfiehlt sich Ausweichen und Ignorieren.
    Wer aber meint, die Bevormundungskaste hätte allein schon aufgrund ihres biologischen Alters jeglichen Kindchenbonus verspielt, mag noch Spott und Hohn in den üblichen Umgang mit diesen Quälgeisternd mixen.

  16. Mercutio

    @Mourawetz
    “EU – ganz schnell abschaffen….”

    Habe damals gegen den Beitritt gestimmt und bin voll dabei, wenn es um Auflösung gehen soll. Das wird sich aber durch Sempern im Blogforum nicht bewerkstelligen lassen.

  17. Mourawetz

    @Mercutio
    Ja eh!

    @gms
    Sie glauben wohl, die Regierenden der Lächerlichkeit preiszugeben, wenn Sie meinen, die würden wie Kinder an der Macht agieren. Zu kurz gedacht!

    Heute läuft auf Sat1 im Abendprogramm der Film „Alle Macht den Kindern“. Dreimal dürfen Sie raten, was wohl hier propagiert wird. Was vor langer Zeit als Ausfluss geistiger Umnachtung galt, ist heute das Gelee Royale zeitgeistiger Weisheit. Vor knapp 30 Jahren schon gab ein gewisser Grönemeyer die Parole „Gebt den Kindern das Kommando“ in Form eines 4-Minuten-Schlagers aus. Heute stehen wir vor dessen Vollendung durch das Fernsehen auf Spielfilmlänge ausgewalzt wird. Sie müssen sich was anderes überlegen, wenn Sie Kinder an der Macht lächerlich finden. Heutzutage findet man das gut!

  18. Christian Weiss

    Mercutio :
    @Christian Weiss
    Nun, gibt es aber tausenderlei Regeln in Bezug auf gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, die ein Arbeitgeber für seine Dienstnehmer einhalten muss. Warum sollte das dann ausgerechnet fürs Rauchen nicht gelten?

    Die tausenderlei Regeln sind ja auch etwa tausenderlei zu viel. Der Arbeitgeber oder Auftraggeber soll mich nur vor dem schützen, mit dessen Überprüfung ich nachvollziehbar überfordert wäre (z.B. nicht in meinen Fachbereich gehörende Anlagen, die unzureichend gewartet wurden, und genau dann zusammenkrachen, wenn ich darunter irgendwo eine Schraube reindrehen muss.).
    Und was die Küchenhygiene betrifft: Natürlich können Sie einen Blick hineinwerfen. Nehmen sie dann gleich ein Mikroskop mit und nehmen Laborproben?
    Das Restrisiko, dass sie sich irgendwas einfangen bleibt, ob mit oder ohne Selbstkontrolle. Aber wer sich vor Bakterien und Keimen fürchtet, sollte sowieso den Planeten wechseln.
    Beim Rauchen in der Kneipe geht es aber gar nicht um ein Risiko. Da geht es um die völlig freie und sichere Entscheidung, will ich mir den Rauch antun oder nicht. Gehen sie rein, setzen sie sich ohne jedes Risiko, sondern mit absoluter Sicherheit gewissen Luftschadstoffen aus. Gehen sie nicht rein, gehen sie trotzdem das Risiko ein, dass ihnen draussen irgendwo ein Feinstaubpartikel oder ein Stickoxid oder ein Kohlenmonoxid in die Lunge kriecht.
    Das Leben ist voller (über kurz oder lang) tödlicher Gefahren. Bei einigen kann ich frei entscheiden, ob ich sie eingehen will. Da brauch ich keinen Staat, der mich davor bewahrt.

  19. Rennziege

    @gms
    @Mercutio
    @Mourawetz

    (a) Ich finde gms’ Kommentar erstklassig. Mein alter Herr durchkurvte in einem “Landie”, der weit älter war als er, aber mit dem legendär langlebigen Perkins-Diesel ausgestattet, in den späten Sechzigern halb Arabien, dann bis Teheran und Kabul (damals noch ziemlich friedliche und gastfreundliche Gegenden). Noch heute schwärmt er von der genieteten Alu-Karosserie und dem unkaputtbaren Stahlrahmen, auf dem sie saß. — Der Reststolz der Ösi-Autoindustrie, einst Puch G, heute nur noch Mercedes G, war anfangs noch halbwegs vergleichbar, sagt er, aber heututag’ ist es eine SUV-Kutsche für Bobos, die damit zur Staatsoper fahren.

    (b) Sempern, laut Mercutio wirkungslos, hat in Kakanien schon einiges bewirkt. Braucht aber a wengerl Zeit.

    (c) Die Grönemeyer-Nummer heißt “Kinder an die Macht”, handelt aber weniger vom Gelee royale des Zeitgeists, sondern (wenn ich sein Genuschel richtig versteh’, was nicht einfach ist) davon, den Kindern ihre Spontaneität und Neugier nicht zu rauben. Was heutige Pädagogen aber schamlos tun.

  20. Rennziege

    @Rennziege
    Lieber Herr Ortner, als eh-nur-noch-Zaungast in Ihrem Blog finde ich es seltsam (um nicht zu dagen: sozial ungerecht), für völlig unverfängliche Bemerkungen als “awaiting moderation” eingefroren zu werden. Ich kann’s mir nicht erklären; aber vielleicht sind Sie so nett.

  21. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Da haben Sie vollkommen recht!
    Am besten finde ich die “Grünen/Bobo-Mütter”, welche lauthals für Rauchverbote eintreten, ihre babies/Kleinkinder aber in Auspuffhöhe durch die Stadt im hochmodernen Kinderwagen schieben 😉

  22. gms

    Mourawetz:
    Vor knapp 30 Jahren schon gab ein gewisser Grönemeyer die Parole „Gebt den Kindern das Kommando“ in Form eines 4-Minuten-Schlagers aus.

    Ja, daher auch unlängst .. ortneronline.at/?p=22374#comment-205089

  23. Prinz Eugen von Savoyen

    @Tom Pinger

    Genau so funktioneurt Europa. So wie Tom sein Verbot haben will, bringt auch jeder europäische Staat seine Vorstellung von Verboten ein. Das was wir nun haben, kommt dabei heraus. Verbote und Regeln.

  24. world-citizen

    Ich brauche keinen Defender und bin daher nicht im Bilde, ob dieser eingestellt wird.

    Aber der Käfer galt ja lange Zeit als meist gebautes Auto der Welt und man sprach auch von einem bewährten Konzept.
    Als er eingestellt wurde, waren auch viele Fans traurig, aber heute würde niemand mehr einen kaufen wollen.

  25. world-citizen

    Prinz Eugen von Savoyen :
    @Tom Pinger
    Genau so funktioneurt Europa. So wie Tom sein Verbot haben will, bringt auch jeder europäische Staat seine Vorstellung von Verboten ein. Das was wir nun haben, kommt dabei heraus. Verbote und Regeln.

    Ich habe nirgendwo auf der Welt so viele Verbotsschilder gesehen wie in den USA. Und manche Lächerlichkeit reicht dort schon aus um von der Polizei ermahnt zu werden, wie etwa ein am Straßenrand geparkter Wagen, wenn das Heck um wenige Zentimeter die weiße Fahrbahnbegrenzungslinie überragt, oder wenn man sich im Tankstellenshop ein paar Bierdosen kauft (soferne man nicht gerade das Pech hat, ein dry county zu durchqueren) und diese nicht in einem undurchsichtigen Papiersack transportiert werden.
    Diesbezüglich sind die individuellen Freiheiten in Europa bedeutend größer.

  26. wollecarlos

    Mercutio :
    @world-citizen
    Im Grunde weiß doch jeder auch von den “Liberalen”, dass dies keine obrigstaatliche Entscheidung war, sondern dass ganz einfach ein Kartell aus den beiden mächtigsten Leuchtmittelkonzernen der Politk ihren Willen aufgedrückt hat. Willkommen, freier Markt.

    Nun, ICH weiß es nicht, Verehrtester!

    Aber wie auch immer, die Regelungswut und Eindämmung freier Entscheidungen freier Bürger durch staatliche Organe nehmen derart überhand, daß man seinen Glauben an “das System” verliert.

    “Europa” hat mal angefangen mit den Ideen einer gemeinsamen Außenpolitik, einer gemeinsamen Verteidigungsmacht, einer gemeinsamen Finanzpolitik, einer Vereinheitlichung der gesetzlichen Bestimmungen bis hin zum EINER Kfz-Zulassung, gültig für ALLE EU-Länder………

    Was ist daraus geworden? Glühbirnen-Kackerei und Condom-Größen-Vorschriften.

    Naja, wenigstens für die “in Brüssel” arbeitenden Beamten hat es sich gelohnt…

  27. KClemens

    Mourawetz :
    @Mercutio
    Wenn es stimmen sollte, dass hier mächtig Druck auf die EU-Behörden ausgeübt wurde und sie sich dem Diktat der Konzerne gebeugt haben, wäre das umso bedenklicher. Denn falls sich die EU tatsächlich vor den Karren der Konzerne spannen ließ, wäre dies ein Grund mehr für die Abschaffung der EU zu plädieren. Schützt sie doch die Konsumenten nicht vor Kartellabsprachen wie sie durch Kartellbehörden den Wettbewerbshüter vorgibt. Sondern sie schafft erst recht Kartelle kraft ihrer Reglementierungsmacht.
    Und das mehr oder weniger für einen ganzen Kontinent, sodass es kein Entrinnen für den Einzelnen gibt. EU – ganz schnell abschaffen….

    Soweit ich weiß, geht das Glühbirnenverbot auf Initiative von Siggi Popp (aka Siegmar Gabriel) zurück. Wahrscheinlich waren gerade keine Eisbären in der Nähe, die er retten konnte.

    Ich weiß aber auch, daß seitens der Industrie ordentlich gegen die Glühlampe lobbyiert wurde.

    Ich weiß nur nicht mehr in welcher Reihenfolge. Aber im Netz gibt es ja “Bulb Fiction”, da ist das ziemlich genau aufgedröselt.

  28. KClemens

    world-citizen :
    Ich brauche keinen Defender und bin daher nicht im Bilde, ob dieser eingestellt wird.
    Aber der Käfer galt ja lange Zeit als meist gebautes Auto der Welt und man sprach auch von einem bewährten Konzept.
    Als er eingestellt wurde, waren auch viele Fans traurig, aber heute würde niemand mehr einen kaufen wollen.

    Das gleiche konnte man über den Fiat 500 sagen.

    Der hat allerdings als Retroversion Fiat so gut wie vor der Pleite gerettet. Und ein gut gemachter Retro-Käfer (nicht dieser Beetle-Mist) wäre ein echter Verkaufsschlager.

  29. KClemens

    world-citizen :

    Prinz Eugen von Savoyen :
    @Tom Pinger
    Genau so funktioneurt Europa. So wie Tom sein Verbot haben will, bringt auch jeder europäische Staat seine Vorstellung von Verboten ein. Das was wir nun haben, kommt dabei heraus. Verbote und Regeln.

    Ich habe nirgendwo auf der Welt so viele Verbotsschilder gesehen wie in den USA. Und manche Lächerlichkeit reicht dort schon aus um von der Polizei ermahnt zu werden, wie etwa ein am Straßenrand geparkter Wagen, wenn das Heck um wenige Zentimeter die weiße Fahrbahnbegrenzungslinie überragt, oder wenn man sich im Tankstellenshop ein paar Bierdosen kauft (soferne man nicht gerade das Pech hat, ein dry county zu durchqueren) und diese nicht in einem undurchsichtigen Papiersack transportiert werden.
    Diesbezüglich sind die individuellen Freiheiten in Europa bedeutend größer.

    Dann müssen Sie in einem anderen Amerika gewesen sein.

    Vor die Wahl gestellt, keine Meldepflicht oder Bierflasche in der Papiertüte, dreimal dürfen Sie raten, was ich bevorzugen würde.

  30. world-citizen

    @KClemens

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Vor die Wahl gestellt, keine Meldepflicht oder Bierflasche in der Papiertüte, dreimal dürfen Sie raten, was ich bevorzugen würde. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Die Meldepflicht existiert ohnehin nur auf dem Papier. Auf meiner Lieblingsinsel im Atlantik, wo ich den Winter verbringe, kümmert es niemanden, ob ich mich anmelde oder nicht.
    In den USA dagegen wird jede Ein- und Ausreise erfasst und wehe wenn man die vom Immigration-Officer gewährte Aufenthaltsdauer auch nur um einen Tag überschreitet. Dann ist man sehr schnell auf der Liste der unerwünschten Personen.

  31. Herr Karl jun.

    Knapp über 114.000 Seiten an Gesetzen und Verordnungen (und Staatsverträgen) hat der Bundesgesetzgeber und der (Wiener) Landesgesetzer zwischen dem 1.1.2000 und dem 26. April 2013 erlassen! das ist schon mehr eine Karikatur eines Rechtsstaates.

  32. wollecarlos

    Das Neueste aus der -leider nicht- geschlossenen Anstalt:

    “Am Freitag hat die Europäische Union entschieden, dass auf den Tischen von Restaurants schon bald keine Kännchen mit Olivenöl mehr stehen dürfen.

    Nach der Neuregelung müssen Gastronomiebetriebe ab dem 1. Januar 2014 nur noch Einwegflaschen anbieten, die versiegelt und nicht nachfüllbar sind.
    Es fehlt nur noch der Eintrag ins Amtsblatt der Europäischen Union, der im kommenden Monat geschehen soll, heißt es bei der „Sueddeutschen“.

  33. wollecarlos

    @world-citizen
    einfach mal bei Dr. Google eingeben:

    “Am Freitag hat die Europäische Union entschieden, dass auf den Tischen von Restaurants schon bald keine Kännchen mit Olivenöl mehr stehen dürfen.”

    Ist doch sicherlich nicht zu schwer für eine Weltbürger..

  34. wollecarlos

    @world-citizen
    Einfach vorbeigehen… Brüssel EU-Behörde, linker Eingang, 3.Stock, Zimmer 149, Schreibtisch 27

  35. wollecarlos

    @wollecarlos
    na, vielleicht ist das ein Fake, aber dann sind eine ganze Reihe “seriöser” Medien drauf reingefallen….
    … schon alleine deshalb, weil es mindestens Realität sein KÖNNTE !!

  36. world-citizen

    @wollecarlos

    Es muß kein Fake sein, aber so lange etwas nichtz offiziell ist, sickert vielleicht irgendetwas durch und verbreitet sich so wie die stille Post bis dann die Medien einen Elefanten aus etwas machen, was ursprünglich eine Maus war.

  37. Weninger

    @world-citizen
    Inzwischen ist es ja wohl amtlich, nachdem es ein Sprecher der EU vor etlichen Medien verkündet hat. Die werden sich das wohl nicht aus den Fingern gesogen haben.

  38. world-citizen

    @Weninger

    Ich würde dennoch gerne wissen, ob es auch schon von Parlament und Ministerrat abgesegnet wurde.

    Und wenn, dann entzieht sich die Frage nach dem Warum meiner Kenntnis. Aber im allgemeinen ist es so, daß auch die Kommission ohne Handlungsbedarf nicht tätig wird.
    Vielleicht gab es in der Vergangenheit Panschereien.
    Der Speiseölskandal in Spanien in den späten 70ern ist mir in Erinnerung geblieben.

  39. Weninger

    @world-citizen
    Schauen Sie: ich weiß es nicht. Es steht doch dass es auf Antrag einiger Länder geschehen sei, die der Sprecher nicht verrraten wollte. Typische EU-Geheimnsikrämerei. Man wird noch sehen. Ähnlich wie bei der Jausenbrettverordnung kann ich mir vorstellen, dass solche Richtlinien im breiten Volk auch ignoriert werden.
    Daneben muss man auch bemerken, dass die Anzahl und der Inhalt nationaler Vorschriften oftmals mindestens ebenso irrsinnig ist.

  40. world-citizen

    @Weninger

    Ich bin kein Freund des Beamtentums. Aber einige haben dennoch ihre Berechtigung. Z.B. in den Bundesministerien sind es die Beamten, die die Arbeit machen, weil die Minister ja nach jeder Wahl ausgetauscht werden. Und wenn nach einer Wahl wieder ein neuer Minister sein Amt antritt, sind es auch die Ministerialbeamten, die den neuen Minister in seinem Aufgabenbereich einschulen müssen.

    Und bei der europäischen Kommission verhält es sich deckungsgleich. Die Kommissare wechseln nach jeder Wahl und die Kommissionsbeamten sorgen für eine kontinuierliche Arbeit.

  41. Weninger

    @world-citizen
    Vor allem nehmen aber auf allen Ebenen Vorschriftenwuste und Regulierungen zu, auch das verursachen Beamte, leider oft ohne das die Welt davon besser wird.

  42. wollecarlos

    @world-citizen
    Darf man Ihren letzten Satz komplettieren?

    Dann würde er heißen: “…und die Kommissionsbeamten sorgen für eine kontinuierliche Arbeit, leider oftmals zu Ungunsten der Bürger”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.