Zur Nachahmung empfohlen

Von | 3. Januar 2014

“…In Hamburg wollen etwa ein Dutzend Unternehmer das jahrzehntealte System der Industrie- und Handelskammern von innen sprengen. Ihr Ziel: Abschaffung der Zwangsbeiträge, Transparenz über die Finanzreserven und auch das Gehalt des Hauptgeschäftsführers…” (hier)

8 Gedanken zu „Zur Nachahmung empfohlen

  1. Reinhard

    Na gut, dass unsere Kammern ihre Pfründen im Verfassungsrang abgesichert haben.
    Da könnte ja jeder kommen…

  2. Rennziege

    Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass alle diese ausschließlich schmarotzenden Blutegel-Teiche in der Verfassung verankert wurden? Was war der offizielle oder dumpfbackige Aufhänger dafür? Braucht ein Staat diese Kammern, um zu überleben? Wem nützen sie?
    Das alles weiß ich nicht; ich weiß nur, dass diese Quellen reicher Pfründen uralt sind, vermutlich ein Wurmfortsatz mittelalterlicher Zünfte und Gilden — so überflüssig wie ein vertrockneter Blinddarm eben.
    Wenn’s nicht zuviel Mühe macht, Reinhard: Vielleicht können Sie dazu ein paar Sätze beitragen. Erhellend, wie stets.

  3. Reinhard

    Naja, werteste Rennziege, allzuviele Details gibt es da nicht zu verraten. 2007, nachdem die für die Grokonellen finsterste Zeit der SPÖ-Opposition durch die Selbstzerbröselung der Blau-Orangen überwunden war, betonierten die (wieder) frisch Vermählten SPÖ und ÖVP unter dem heute seltsamerweise als rote Lichtgestalt gefeierten Apparatschik Gusenbauer ihre Pfründen ein. Der schwarzblaue Warnschuss vor den grokonellen Bug zeigte den plötzlich in aggressive Panik ausbrechenden Systemerhaltern, dass ihre Selbstversorgungs- und Dankbarkeitsposten in akute Gefahr geraten könnten, wenn das unberechenbare Wahlvolk plötzlich protestwählend irgendwelche Kräfte an die Macht bringen könnte, die diesem Selbstbedienungsladen nicht wohlsinnend gegenüberstehen.
    Alles, was nach der Zerschlagung von Schwarz-Blau (bei den Roten sowieso, bei den Schwarzen seit der Demontage des wirtschaftsliberalen Flügels zu Gunsten der Kammer-und-Bünde-Front) geschah, bis heute, diente einzig und allein dem Zweck des Systemerhaltes der unverschämten Selbstbedienung durch Zwangsabgaben. Der ganze Postenschacher nach der letzten Wahl, das ganze Einbetonieren von Pfründen und Versorgungslehen, passen nahtlos in dieses Bild.
    Man muss es dem tumben Volk nicht mehr verkaufen, es ist nach den letzten Jahren einfach nur noch abgestumpft und nimmt solche Vorgänge achselzuckend zur Kenntnis. “Die da oben richten’s sich eh, wie sie’s brauchen…”
    Der Verfassungsrang für jeden Pipifax ist in Österreich ebenso Usus wie der Verfassungsbruch durch Regierende.
    Der gelernte Österreicher nimmt es nicht einmal zur Kenntnis.

  4. Rennziege

    Vielen Dank, Reinhard!
    Sie haben eine bewundernswerte Art, die Dinge knapp und klar auf den Punkt zu bringen. Wenn auch Sätze wie “Man muss es dem tumben Volk nicht mehr verkaufen”, “Verfassungsrang für jeden Pipifax … ebenso Usus wie Verfassungsbruch” und “Der gelernte Österreicher nimmt es nicht einmal zur Kenntnis” so ernüchternd wie schmerzlich sind.
    Aber leider sind sie (und Sie) wahr. Auswege oder gar Umkehr nicht in Sicht. Da hilft auch kein Fernrohr, fürchte ich.
    Herzliche Grüße, trotz allem! Mit einer bitteren Zähre im Knopfloch.

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