Zwischenlandungspolitik

Von | 5. August 2013

(A. UNTERBERGER) Zwei Zwischenstopps am Flughafen Schwechat sind sehr aufschlussreich: Vor kurzem musste der bolivianische Präsident Evo Morales hier zu Boden. Heinz Fischer und Michael Spindelegger eilten zu ihm. Nun legte John Kerry, immerhin US-Außenminister, einen einstündigen Auftank-Stopp ein. Doch der spielte lieber von heimischen Politikern unbehelligt Fußball. Das sagt einiges über den internationalen Stellenwert Österreichs, aber auch über die Bemühungen aus, einen solchen überhaupt zu erlangen.

Hofiert wurde Morales, gerade als alle Welt nicht an ihn anstreifen wollte, weil man dachte, dass er in seinem Flugzeug den mittlerweile zu Putins Trophäen-Asylanten avancierten Ed Snowden mitführe, um die USA zu düpieren. Die Photos der beiden feixenden Präsidenten sind noch in (übler) Erinnerung. Dass sich niemand um den Außenminister der Obama-Regierung kümmern wollte, wo österreichische Politiker im Normalfall kaum die Chance haben, mangels Bedeutung bei ihrem „Gegenüber“ an der Spitze der Weltmacht vorzusprechen, kann zumindest im Außenministerium nicht am derzeit modischen Anti-Amerikanismus liegen. Gerade erst hat sich Österreich mit dem überstürzten Golan-Abzug international bis auf die Knochen blamiert. Es hätte einiges zurechtzurücken gegeben, zumindest hätte der Versuch unternommen werden können, das angeknackste Image zu verbessern. Aber bei uns ist ja Wahlkampf. Und da konnte der Außenminister doch nicht den Bundeskanzler allein Dürreschäden besichtigen lassen, nur weil es internationale Flurschäden zu bereinigen gäbe. (TB)

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