Zypern: Das Aufheulen der Belämmerten

Von | 23. März 2013

(von ANDREAS UNTERBERGER) Zum ersten Mal haben die europäischen Finanzminister in der Euro-Krise etwas halbwegs Vernünftiges beschlossen – und sofort wird ringsum aufgeheult, ausgerechnet in Österreich und Deutschland am lautesten, die vom Minister-Beschluss eigentlich profitiert hätten. Dementsprechend ist das Vorhaben binnen weniger Tage an den Heulern und am zypriotischen Parlament gescheitert. Die Heuler haben, wie die letzten Stunden zeigen, offenbar Erfolg, obwohl sie fast durchwegs dumm und geradezu selbstbeschädigend argumentieren. Vor allem begreifen sie nicht, was die zwei einzigen möglichen Alternativen sind, wenn die zypriotischen Sparer nun sakrosankt bleiben. Oder sie verschweigen es populistisch.

Wenn Zyperns Sparer (zu einem hohen Anteil russische Steuerflüchtlinge!) nicht geschoren werden, kommt es zum ersten Mal zu einem Totalcrash eines europäischen Staates – oder es kommen neuerlich die – derzeitigen und künftigen – europäischen Steuerzahler unters Messer. Aber offenbar wollen die Heuler das ja. Und sie setzen das auch durch, da das zypriotische Parlament eine Beschneidung der Sparguthaben ablehnt. Wäre nicht in Westeuropa das populistische Aufheulen so laut gewesen, dann hätte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das zypriotische Parlament nicht getraut, Nein zu sagen.

Die Krokodilstränen um die „armen Sparer“ auf Zypern sind insbesondere deshalb absurd, weil diese in den letzten Jahren durch (gegenüber Deutschland und Österreich) weit überhöhte Zinsen ein Vielfaches dessen kassiert haben, was sie jetzt zahlen hätten sollen. Wer in zehn Jahren 20 Prozent mehr kassiert als hierzulande ein Sparer, der sollte eigentlich auch 10 oder 16 Prozent Verlust hinnehmen können.

Es heulen auch jene auf, die schon lange – prinzipiell voll zu Recht – dagegen protestiert haben, dass in den letzten Jahren „die Banken“ gerettet worden sind; sie haben zwar protestiert, nur haben sie offenbar nicht begriffen, was das heißt. Denn werden einmal „die Banken“ nicht gerettet, hat das logischerweise Konsequenzen, nämlich bei den Gläubigern der Banken. Das ist die geradezu zwingende Folge jedes Konkurses (=Nichtrettung eines insolventen Unternehmens).

Die Gläubiger einer Bank sind aber genau die Sparer. Daher hätte es eigentlich von der ersten Stunde an die Sparer treffen müssen, wenn griechische, spanische, zypriotische, französische, italienische Banken in Probleme geraten. Diese Sparer haben in den genannten Ländern ja auch überall deutlich höhere Zinsen kassiert als die österreichischen. Aber Nein, die Sparer im Süden kassierten und bleiben auch weiterhin ungeschoren. Und die Steuerzahler und Sparer in Deutschland und Österreich müssen sie ständig retten. Ungefragt.

Typisch ist etwa der Kommentator einer Zeitung, die behauptet, von Wirtschaft zumindest irgendetwas zu verstehen. Er verlangt nämlich in einem Populismus und in einer Ahnungslosigkeit, die Straches und Faymanns Wirtschaftskompetenz noch weit unterbietet, dass die Aktionäre der Banken bluten sollen. Der Mann begreift offenbar nicht, dass diese Aktionäre längst geblutet haben. Denn ihr – schon lange eingezahltes – Aktienkapital ist fast zur Gänze weg. Was bitte will er denn denen noch wegnehmen können?

Zur Rettung der Banken und der von höheren Zinsen profitierenden Sparer ist in den letzten drei Jahren immer wieder ein Big Spender eingesprungen, nämlich der – empört, aber wirkungslos mit den Zähnen knirschende – deutsche, österreichische, niederländische und finnische Steuerzahler.

Heuer aber muss erstmals der deutsche Steuerzahler gefragt werden. Nämlich bei der Bundestagswahl. Und da zittert die Berliner Regierung zunehmend vor der Antwort. Sie will daher erstmals die Sparer eines Schuldenstaates nicht ungeschoren lassen. So wie man schon einmal die privaten (und auch ganz kleinen) Besitzer griechischer Staatsanleihen geschoren hat, will Berlin mit gutem Grund nun zypriotischen Sparbuchbesitzern ein Teil des Geldes abnehmen. Die (bis vor wenigen Wochen kommunistische!) Regierung Zyperns hat sich ja seit Jahren geweigert, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen, welche die Katastrophe noch abwenden hätte können.

Ist es ungerecht, nun als letzte Möglichkeit auf die Sparer zuzugreifen? Subjektiv empfinden das sicher viele Betroffene so. Aber das ist immer noch zehn Mal besser als die Politik jener Parteien – vor allem, aber nicht nur der Linken –, die jede Woche bei uns und in Deutschland eine neue Steuer einführen wollen, um irgendjemanden zu retten.

Wie man nun die notwendigen Schnitte konkret auf die zypriotischen Sparer aufteilt, ist eine politische Frage, die einzig die Zyprioten angeht. Das zypriotische Parlament hat jedoch nun erklärt, dass überhaupt niemand für das überschuldete Finanzsystem zahlen solle. Da das irgendwie mit der Logik nicht zusammenpasst, seien kurz die wichtigsten Denkansätze zur Aufteilung analysiert.

Da erkennt man bald: Wer vorgibt, da gäbe es einen „gerechten“ Aufteilungsschlüssel, ist ein Lügner. Und selbst, wenn es einen solchen Schlüssel gäbe, hieße das: Tausende Finanzbeamte müssten jetzt jedes einzelne Konto anschauen, um zu entscheiden, ob dessen Besitzer ganz, halb oder gar nicht geschoren werden soll. In dieser Zeit ist längst das ganze Finanzsystem kollabiert.

Eine Unterscheidung „Inländer bekommen alles, Ausländer hingegen sollen bluten“ ist aus Hunderten rechtlichen Gründen nicht zulässig. Sie würde auch sofort zu dramatischen Retorsionen etwa aus Russland führen, wo man ohnedies schon heftig empört ist. Man kann nicht einfach pauschal jeden Russen zu einem Mafioso und Geldwäscher erklären. Das muss wirklich in jedem Fall geprüft werden, wenn man zumindest minimale Reste von Rechtsstaatlichkeit bewahren will. Was jetzt angeblich zwar geschieht, was aber die Zyprioten zweifellos lange unterlassen haben.

Auch jede Unterscheidung zwischen großen und kleinen Spareinlagen klingt nur gerechter, ist es aber keineswegs. Sie belohnt erstens einmal jene Großen, die sich die Mühe gemacht haben, ihr Geld auf viele kleine Sparbücher bei vielen Instituten aufzuteilen. Da profitiert halt der, der statt eines Sparbuchs über drei Millionen 30 Sparbücher über 100.000 Euro bei verschiedenen Instituten aufgemacht hat. Wer aber solchen Tricks nachzugehen versucht, der ist ebenfalls viele Monate unterwegs – solange kann auch Zypern die Banken nicht geschlossen halten.

Jedenfalls haben auch jene, die kleinere Sparbücher haben, von den maßlos überhöhten Zinsen auf Zypern profitiert. Diese hohen Zinsen waren ja eben schon in den letzten Jahren genau das Signal, dass Zypern und seine Banken Wackelkandidaten sind.

Die österreichische Einlagensicherung behauptet wie ähnliche Einrichtungen in allen europäischen Ländern, jeden Sparer bei jedem(!) Institut mit bis zu 100.000 Euro absolut abzusichern. Dass diese „Sicherung“ natürlich nur solange etwas wert ist, als entweder der jeweilige Finanzsektor oder die Republik solvent sind, wird gerne verschwiegen. Auch sie ist daher eine Lüge.

Halbwegs Gerechtigkeit könnte man nur dadurch herstellen, dass man bei jedem Konto durchrechnet, wieviel der Besitzer jeweils von den überhöhten Zinsen profitiert hat. Denn einer, der den Großteil seines Geldes schon vor zehn Jahren eingezahlt hat, hat natürlich viel mehr profitiert als einer, der das überwiegend erst im Vorjahr getan hat. Nur: Auch solche Berechnungen brauchen jedenfalls ein kompliziertes Computermodell, das es frühestens in ein paar Wochen geben könnte. Natürlich wären in dieser Zeit längst alle Konten abgeräumt.

Festzuhalten bleibt, was keinen der Heuler zu stören scheint: Auch bei der am vergangenen Wochenende ausgehandelten Zypern-Vereinbarung würden zwei Drittel der Kosten dieser „Rettung“ wieder von den anderen europäischen Steuerzahlern und Sparern getragen. Aber immerhin: Die Angst vor den deutschen Wählern hat dazu geführt, dass sie diesmal nicht mehr alles allein tragen müssen. Zumindest wenn Wolfgang Schäuble und Maria Fekter endlich einmal hart bleiben. Die Illusionen aus den Zeiten eines Finanzministers Pröll, dass all diese Haftungen und Kredite ja eh ein großes Geschäft wären, sind ohnedies längst verflogen.

Jetzt ist guter Rat absolut teuer. Das Allerschlechteste und der endgültige Untergang nicht nur des Euro, sondern wirklich der ganzen europäischen Integration wäre es, wenn nun Resteuropa nachgibt und doch dem europäischen Steuerzahler die ganze Last aufbürdet.

Positive Folge der Zypern-Krise könnte es hingegen sein, dass sich die Sparer endlich europaweit genauer anschauen, wem sie ihr Geld anvertrauen. Wie stabil die Bank, der Sektor, das Land sind. Einlagensicherung hin oder her. Das bloße Interesse an höheren Zinsen als alleiniger Entscheidungsfaktor wird dann endlich vorbei sein.

PS.: Das Geimpfte geht einem auf, wenn neben den Steinewerfern von Attac nun ausgerechnet der pensionierte Betriebsrat des Wirtschaftsforschungsinstitut am lautesten gegen einen zypriotischen Haarschnitt protestiert, also der wegen seiner linksradikalen Haltung berüchtigte Stephan Sch. Denn gerade er ist seit Jahrzehnten nachweislich dafür bekannt, ständig Forderungen der vielfältigsten Art aufgestellt zu haben, die zu noch viel mehr Schulden und Defiziten geführt hätten,als sie Europa ohnedies jetzt schon umbringen. Österreich wäre schon längst in die griechisch-zypriotische Liga getrieben worden, hätte es den Ratschlägen des Herrn Sch. und denen von Betriebsräten, Arbeiterkämmerern und Gewerkschaftern gefolgt. Es ist einfach widerlich und heuchlerisch, wenn sich Täter über die Folgen ihrer Taten empören.

PPS.: Einen Vorwurf kann man Fekter, Schäuble, dem IWF, der EZB & Co freilich nicht ersparen: Wenn man nach Jahren einer falschen Politik einen so gravierenden Wechsel der Finanzpolitik vorzunehmen versucht, muss man das mit einer ungeheuer breiten Informations-Kampagne begleiten. Die es aber nicht gibt. Bis auf Fekter selbst halten sich derzeit auch in Österreich fast alle bedeckt oder äußern sich populistisch – obwohl sie hinter vorgehaltener Hand zugeben, dass die Ministerin recht hat. Obwohl es um österreichische Überlebensinteressen geht.

PPPS.: Um die gegenwärtig ebenfalls fallenden Börsenkurse würde ich mir am wenigsten Angst machen. Denn die Anleger werden nach einer Schrecksekunde erkennen, dass Aktien noch immer etwas Reelleres darstellen als eine bloße Forderung gegen eine Bank. Und mehr ist ein Sparbuch nicht.

PPPPS.: Es mag viele Zufälle im Leben geben. Aber dass sich ausgerechnet in der Nacht des Zypern-Njets die erschreckten EU-Europäer nun plötzlich auf das seit ewig umstrittene Agrarbudget geeinigt haben, ist mit Garantie kein Zufall.  (Tagebuch)

28 Gedanken zu „Zypern: Das Aufheulen der Belämmerten

  1. Feldheld

    Endlich mal ne Stimme der Vernunft im allgemein infantilen Gegreine der letzten Wochen.

  2. Klaus Kastner

    Ein Einspruch.

    Es steht außer Frage, dass man im Fall von Zypern die Bankkunden an der ‘Rettung’ ihrer Banken einbeziehen muss. Die legitime Frage ist jedoch, welche?

    Hier ist die Reihenfolge des Risikobewußtseins von Bankkunden: Anleihengläubiger, Kreditgeber (z. B. interbank) und Anleger (und ganz davor kämen noch die Aktionäre).

    Bei den Anlegern ist auch die Gruppe der ‘normalen Sparer’. Die Einlagensicherung definiert diese bis zu einer Höhe von 100 TEUR. Das sind Anleger, von denen man kein Risikobewußtsein erwarten muss, weil sie sich auf die Einlagenversicherung verlassen. Wenn auch nur ein Land, möglicherweise aus guten Gründen, mit dieser Einlagensicherung herumspielt, dann hat das unweigerlich nicht mehr rückgängig zu machende Konsequenzen auf alle anderen Länder. Das war ein Sündenfall!

    Jetzt könnte man argumentieren, dass auch diese ‘normalen Sparer’ von überhöhten Zinsen profitiert haben. Richtig, genauso wie in Österreich. Die ING zahlt beispielsweise 1%+ mehr Zinsen als viele anderen Banken, ihre Sparer sind jedoch genauso einlagenversichert wie Kunden dieser anderen Banken. Das sollte so nicht sein, ist aber in allen Ländernn so.

    Das Vorbild sollte Island sein. Dort hat man sinngemäß gesagt: “Wir haben nie verstanden, was unsere Banken machten, aber es gibt Unmengen von ‘professionellen Marktteilnehmern’ (Basel-2), die unsere Banken finanziert haben und wir sind davon ausgegangen, dass sie wissen, was sie tun. Wir haben aber immer verstanden, was unsere Sparer machten. Sie legten ihr Geld bei einer Bank an in der Erwartung, dass ihr Geld dort sicher sei. Deswegen werden wir unserer Sparer retten, nicht aber die ‘professionellen Marktteilnehmer”.

    Österreichs Banken mussten in Island ein paar Milliarden bluten. Richtig so! Die isländischen Sparer mußten nicht bluten. Richtig so! (zumindest bis zu Höhe der Einlagensicherung).

  3. Thomas Holzer

    Frau Fekter ist nicht populistisch? das ist aber nett 😉 Herr A.U.
    Bei einer Insolvenz haften zuallererst die Eigentümer!! Dann erst die Gläubiger -ob Sparer erstgereihte Gläubiger sind, wage ich zu bezweifeln.
    Auf jeden Fall finde ich den Vorschlag vom Herrn Schäffler (siehe link auf dieser website) wesentlich logischer und besser als das, was Herr A.U. in diesem (elends)langen Artikel schreibt.
    Die EZB hat die vergangenen 2 Jahre zugesehen, wie die Eigentümer der zyprischen Banken ihr Kapital abgezogen haben, und nunmehr will man die Sparer als Erste schröpfen.
    Nicht die EU oder Herr A.U. entscheiden, welcher Zinssatz überzogen oder nicht ist, sondern schlicht und einfach der vielzitierte Markt.
    Daß Herr A.U. sich nach diesem Artikel noch als Liberaler bezeichnet, erachte ich als einen schlechten Scherz.

  4. Christian Peter

    Den südeuropäischen Subventionsempfängern einen (wenn auch nur symbolischen)
    Beitrag zur Bewältigung ihrer Finanzprobleme abzuverlangen, ist sicher richtig.

    Der Kern des Problems ist aber : Warum gutes Steuergeld schlecht wirtschaften-
    den Banken hinterherwerfen ? Man sollte keinen Cent in Zypern verschwenden,
    das Geld besser für die Verstaatlichung und Abwicklung maroder Finanzinstitu-
    te verwenden.

  5. Plan B

    @Thomas Holzer

    Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen!

    Doch dies muss sein:

    = Die Krokodilstränen um die „armen Sparer“ auf Zypern sind insbesondere deshalb absurd, weil diese in den letzten Jahren durch (gegenüber Deutschland und Österreich) weit überhöhte Zinsen ein Vielfaches dessen kassiert haben, was sie jetzt zahlen hätten sollen. Wer in zehn Jahren 20 Prozent mehr kassiert als hierzulande ein Sparer, der sollte eigentlich auch 10 oder 16 Prozent Verlust hinnehmen können. =

    AUA, lieber A. U., das ist (und ich verwende den Begriff ungern), Populismus pur! Die Verursacher dieser wundersamen Geldvermehrung sitzen unter anderem in Wien und Berlin. Die Beschenkung der “Minderleister” (wie es an anderer Stelle hier in Kommentaren hieß) mit einer unpassenden Währung (genannt Euro) ist die Ursache der Wirkung “höhere Zinsen” für die Sparer. Nicht die Kleinsparer haben gezockt (sie haben reagiert wie jeder Kreissparkassenkunde in Hintertupfingen), sondern die professionellen Anleger, die die Fehlkonstruktion des Eurosystems gnadenlos ausnutzten. Und das völlig legal (außer jene Schwarzgeld-Akteuere).

    Genau so gut könnte man jetzt zum Beispiel von den Griechen verlangen, zahlt uns einen Teil eurer überhöhten Löhne zurück, mit denen ihr fröhlich über eure Verhältnisse gelebt habt, um die Staatsschulden abzuzahlen. Ein Zustand also, der ohne Euro nie eingetreten wäre.

  6. Christian Peter

    @FDominicus

    Nichts als Wischiwaschi. Sonderabgaben wie in Zypern stellen (im Ausnahme-
    fall) eine völlig legitime Erhebungsform von Geldmitteln durch den Staat dar.
    Dies ist keine freiheitsfeindliche, sondern ganz im Gegenteil eine marktwirt-
    schaftliche Lösung, denn ohne Sicherheiten bzw. Eigenleistung wird in der
    freien Marktwirtschaft niemand Kredit gewähren.

  7. Spruance

    @Christian Peter: Wer eine staatliche Sonderabgabe als “marktwirtschaftliche Lösung” bezeichnet, dessen Worte haben im besten Falle eine komplett andere Bedeutung als bei mir.

  8. FDominicus

    @Christian Peter
    Marktwirtschaftliche Lösung? Ich weiß nicht welchen Markt Sie meinen, mit einem “Markt” hat Enteignung gar nichts zu tun. Und es als Sonderabgabe zu beschönigen ist PC sprech. Es ist eine Enteignung, denn die Leute bekommen genau gar nichts zurück. In einem Markt bekämen Sie EK Anteile an der weiter bestehenden Bank und die Bank hätte sich nach den Vorgaben derjenigen zu richten die neue Eigentümer sind. Nein in diesem Bereich haben Sie sich völlig verrant.

    Es geht hier nicht um “Kredit” den die “Kreditgeber” sind die Kontoinhaber, die aber tatsächlich nichts bekommen außer ein. “Ihnen gehört ab heute nur noch 3/4 Ihres Kontostandes. Das ist Diebstahl und das sollten jeder erkennen können.

  9. Rennziege

    @Thomas Holzer
    Auch ich staune Bauklötze über Dr. Unterberger. Das einzig Bemerkenswerte an seinem Artikel ist die solide Replik eines gewissen Reinhard, der (wie ich vermute) identisch ist mit jenem Reinhard, der auch hier Gedanken mit Hirn, Hand und Fuß von sich gibt.

    Apropos Unterbergers Tagebuch: Gibt mir nicht viel, aber angeregt durch diesen Hinweis habe ich wieder einmal dort vorbeigeschaut. Erschreckend, wieviel krumme und vorgestrig-bräunliche Kommentare dort pulsieren … An allen Problemen der Welt seien Amerikaner (“Bush hat die Twin Towers sprengen lassen”, etc.), NATO, Bilderberger, Israel und die “jüdisch dominierte” Wall Street sowie “die Imperialisten der Londoner City” schuld; das “sei bewiesen”. Und Fatah wie Hamas hätten “ein Recht, sich gegen die israelische Aggression zu wehren”.

    Man liest, staunt und erschaudert.

  10. Christian Peter

    @FDominicus

    Faseln Sie keinen Unsinn. Enteignet werden die Steuerzahler Deutsch –
    lands, welche letztendlich die horrenden Kosten der Rettungspolitik
    zu tragen haben.

    Zyperns Sparer erzielten in den letzten Jahren Traumrenditen, während
    Deutschlands Sparer kalt enteignet wurden. Selbst wenn die zyprischen
    Sparer nun eine Abgabe von 15 % zahlen müssten, stehen diese immer
    noch besser, als jeder deutsche Sparer.

  11. Prinz Eugen von Savoyen

    Wir brauchen zwei, drei, viele Islands…

  12. gms

    Christian Peter :
    Enteignet werden die Steuerzahler Deutschlands, welche letztendlich die horrenden Kosten der Rettungspolitik zu tragen haben.

    Wir drehen uns im Kreis! Kein Liberaler ist je für diese transnationale Alimentierung eingetreten oder erachtet diese auch nur als das geringste Übel. Mit dem Steuerzahlerargument lassen sich neben waschechten Linken allenfalls noch nützliche Idioten vor jenen Karren spannen, mit dem auch noch die Reste liberaler Prinzipien auf diesem Kontinent entsorgt werden sollen.

    Nicht grundlos dringen die Worte von diversen Größenwahnsinnigen nun vermehrt an die Öffentlichkeit, wonach die Krise eine gute Gelegenheit sei, bestimmte Entwicklungen zu beschleunigen. Sich aber mit dem Irrsinn zu arrangieren, ist ein untrügliches Zeichen von Dekadenz.

  13. Christian Peter

    Nicht grundlos dringen die Worte von diversen Größenwahnsinnigen nun vermehrt an die Öffentlichkeit, wonach die Krise eine gute Gelegenheit sei, bestimmte Entwicklungen zu beschleunigen.

    Eine stärkere Beteiligung privater Gläubiger in den Krisenstaaten ist unumgäng-
    lich. Es kann nicht angehen, europäische Steuerzahler für Privatvermögen der
    Südländer haften zu lassen. Zuallererst muss auf die vorhandenen Reichtümer
    in den Krisenländern zugegriffen werden, dann erst die Kassen der europäi –
    schen Steuerzahler geplündert.

    Apropos : In den Krisenstaaten ist deutlich mehr zu holen, nach einer aktuellen
    Studie der Bundesbank ist das Nettovermögen der südeuropäischen Bürger sehr
    viel größer, als das der Deutschen.

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.bundesbank-studie-wie-vermoegend-sind-suedeuropaeer-wirklich.b240a6f8-f3e5-4544-ae60-6574733e9d31.html

  14. FDominicus

    @Christian Peter
    Eine stärkere Beteiligung privater Gläubiger in den Krisenstaaten ist unumgäng-
    lich. Es kann nicht angehen, europäische Steuerzahler für Privatvermögen der
    Südländer haften zu lassen.

    Sie haben damit durchaus recht aber die Bankkontoinhaber sind nicht diejenigen die zuerst “bluten” dürfen. Erst einmal sind die EK Geber darn dann die expliziten Gläubiger und ganz zu letzt die Kontoinhaber.

    Korrekt wäre es natürlich gewesen mit den Rettungsschirmen gar nicht erst anzufangen. Denn dann wäre alle seinen “normalen” Weg gegangen.

    Fakt ist aber auch die meisten Sachen werden wohl inzwischen in der Bilanz der EZB liege. Somit hat die EZB wenn Sie die Verluste realisiert mit Sicherheit eines gemacht Staaten finanziert. Und das darf Sie halt auch nicht.

    Was ich bei Ihnen schade finde ist, daß Sie sich nicht an den wirklichen Verursachern orientieren. Sondern diejenigen zuerst ausnehmen die in einem Markt zuletzt zu bezahlen hätten. Warum Sie das so sehen, kann ich nicht verstehen und es scheint mich sinnlos zu sein, darüber mit Ihnen diskutieren zu wollen/können.

    Leider sehe ich auch das Problem das zuviele so denken wie Sie. Was für mich andererseits erklärt, wieso wir so tief im Schlamassel sitzen…

  15. FDominicus

    Christian Peter :
    @Prinz Eugen von Savoyen
    Sehr richtig. Das Beispiel Island beweist, dass ein Ende mit Schrecken
    im Finanzsektor einem Schrecken ohne Ende allemal vorzuziehen ist.
    Daher empfiehlt Islands Präsident : “Lasst die Banken pleitegehen, sie
    sind keine heiligen Kirchen.”

    Und warum sind Sie nicht in Zypern dafür? Die meisten hier haben immer geschrieben/gesagt. Lassen Sie es sein? Nur wurde das ja nie getan.

    Der Zypern weg hat aber mit pleite gehen eben nichts zu tun. Sondern er soll die Banken am “Leben” erhalten. Und eben diejenigen nicht treffen die wirklich betroffen sind. Unter anderem eben auch die EZB.

  16. Christian Peter

    @FDominicus

    Sie sollten die Dinge etwas nüchterner betrachten. Im Falle zyprischer Banken
    gab es neben den Kontoinhabern keine anderen Gläubiger, von denen etwas
    zu holen gewesen wäre. Die zyprischen Sparer kassierten in den letzten Jahren
    Traumzinsen für ein Risiko, das nun die europäischen Steuerzahler überneh –
    men (müssen).

    Selbstverständlich ist es ein Verbrechen, in Zypern auch nur einen Cent
    Steuergeld zu verschwenden, schon alleine, weil es sich bei den veranlagten
    Geldern in Zypern hauptsächlich um das Blutgeld russischer Krimineller
    handelt.

  17. rider650

    Das Grundproblem sind weder russische Schwarzgeldanleger, noch zypriotische Parlamente, sondern unser Zentralbank-Teilreserve-Banksystem. Geld auf einem Girokonto “leiht” man einer Bank nicht, man gibt es ihr lediglich zur Aufgewahrung. Ich weiss dass das rechtlich nicht so gesehen wird (Teilreserve!), aber die Leute empfinden es so, und so sollte es auch sein! Wenn Banken die Reservemenge krass senken (was sie ja dürfen) und deswegen in Schwierigkeiten geraten, müssen sie liquidert werden, und die Anleger anteilig aus der Konkursmasse entschädigt werden. Da heuet jede Bank nur eine sehr geringe Reservemenge hat und extreme Kreditinflation betreibt, sollte man Banken kein Geld mehr zur Aufbewahrung geben, solange dieser Zustand anhält. Banken sind bei uns permanent bankrott, durch einen “Bankrun” wird diese Tatsache lediglich enthüllt. Was die angeblichen hohen Zinsen angeht: Wir haben in unserem Zentralbanksystem praktisch Geldkommunismus, der Zins wird vom Zentralkommittee festgelegt und hat mit der realen Nachfrage nach der Ware Geld nichts zu tun. Darum sind die Zinsen permanent weit unter dem Wert, auf dem sie in einem freien Geldmarkt wären. Anzuprangern, daß die Zinsen auf Zypern nicht ganz so stark gedrückt wurden, ist da schon fast pervers!

  18. Thomas Holzer

    Christian Peter :
    @FDominicus
    Sie sollten die Dinge etwas nüchterner betrachten. Im Falle zyprischer Banken
    gab es neben den Kontoinhabern keine anderen Gläubiger, von denen etwas
    zu holen gewesen wäre.

    natürlich nicht, nachdem die EZB die zyprischen Banken 2 Jahre gewähren hatte lassen -und diese in diesen 2 Jahren noch! finanzierte, und während dieser 2 Jahre die Eigentümer/Gläubiger/Anleihehalter dieser Banken in aller Ruhe ihre Einlagen hatten abziehen können!
    Man verwechsle bitte nicht Ursache und Wirkung

  19. Christian Peter

    @Thomas Holzer

    Selbst wenn dies stimmen sollte, tut es nichts zur Sache, denn die zyprischen
    Sparer strichen jahrelang Traumrenditen ein, die ihnen nicht zustehen, da das
    Risiko eines Zahlungsausfalls nun der europäische Steuerzahler übernimmt –
    alleine um den zyprischen Sparern diesen ungerechtfertigten Zinsvorteil zu
    nehmen, wären 20 % Strafsteuer angesagt.

  20. FDominicus

    @Christian Peter

    Ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sie auf die Argumente eingehen die ich bringe und mir nicht irgendein Wischi-waschi um die Ohren hauten. Fakt ist der Anteil der Zyprioten mach 0.02% aus. Beim Ausfall der Kredite von diesem Land verliert die EZB 1/3 Ihres Eigenkapitals. Nun das nenne ich hoffnungslos unterkapitalisiert… Und ich wäre Ihnen wirklich verbunden wenn Die darauf eine Antwort geben und nicht mit einem
    “Sie sollten die Dinge etwas nüchterner betrachten”

    Wenn Sie so weitermachen kann ich Ihnen nur eines zugestehen: “Sie sind leider völlig ahungslos”….

  21. Christian Peter

    @FDominicus

    Ein belämmerter Artikel gibt mir nicht zu denken. Dass Forderungen
    gegenüber insolventen Geschäftspartnern wertlos sind, weiß jedes
    Kind, dafür braucht man keine Zeitung zu lesen. Benutzen Sie besser
    ihr Hirn, als wiederzukäuen, was sie irgendwelchen Schundblättern
    entnehmen.

  22. Christian Peter

    @FDominicus

    Belämmerten wie Ihnen ist es zu verdanken, dass Zypern die europäischen
    (insb. deutschen) Steuerzahler nun sehr viel mehr Geld kosten wird, denn
    die Lösung unter Einbeziehung aller zyprischen Sparer wäre die wesentlich
    tragfähigere gewesen.

  23. FDominicus

    @Christian Peter
    Sie wollen oder können es nicht verstehen. Zypern hätte nicht einen cent von der EU bekommen sollen. Dann hätte es genau diejenigen getroffen, die involviert sind.

    So hat die EU, widerrechtlich in bestehende Verträge eingegriffen und dazu noch die EU Bürger betrogen.

    Der “normale” Gang wäre gewesen
    – die EK Geber werden ausrasiert
    – Die FK Geber hätten Ihre Anleihen abschreiben müssen (auch die EZB)
    – und dann wäre es an die Einlagen gegangen.

    Und offensichtlich sind die Banken auch in Schwierigkeiten gekommen weil die EU mal eben die Griechenland Anleihehalter platt gemacht hat.

    So zieht eben ein Eingriff den nächsten nach sich und jeder Eingriff wird
    ungerechter.

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